Türkei: Behörde verbietet LGBT-Sportevent in letzter Minute

Polizei wartete mit Wasserwerfern auf die Organisatoren

Istanbul
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Zum dritten Mal hätten in der türkischen Millionenmetropole Istanbul am Wochenende die „Queer Olympix“ stattfinden sollen, ein LGBT-Sportfest mit etwa 130 Teilnehmern. Doch in letzter Minute stoppten die Behörden die Veranstaltung.

Als die Organisatoren am Samstag die Sportstätte in Kadıköy, einem Bezirk asiatischen Teil der Stadt, für die Veranstaltung vorbereiten wollten, wurden sie bereits von der Polizei erwartet, schrieben sie in Sozialen Netzwerken. „Wir haben Polizei und Wasserwerfer gesehen“, beschreibt Mitorganisator Elif Kaya die Situation beim Eintreffen auf dem Gelände.

Im letzten Moment wurde den Organisatoren gesagt, dass sie keine Erlaubnis für ihre Veranstaltung hätten

„Uns wurde gesagt, dass wir keine Erlaubnis für unsere Veranstaltung hätten“, erinnert er sich. Eine große Enttäuschung für die etwa 130 Teilnehmer, die sich zu den „Queer Olympix“ von Istanbul angemeldet hatten. Bei ihrer Premiere 2017 und auch im letzten Jahr konnte die Veranstaltung ohne Probleme stattfinden.

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Die Polizei dürfte aber dieses Jahr das zuständige Bezirksbüro des Gouverneurs dazu gedrängt haben, die Veranstaltung zu verbieten. „Die Behörden haben uns offenbar erst im letzten Moment über das Verbot informiert, damit wir nicht dagegen Einspruch einlegen können“, ärgert sich Kaya.

In einem anderen Stadtteil konnten die Veranstaltungen wie geplant stattfinden

Wie die Istanbuler LGBT-Gruppe Kaos GL berichtete, konnten am Freitag erste Veranstaltungen der „Queer Olympix“ stattfinden – allerdings auf der Prinzeninsel Heybeliada, die zum Bezirk Adalar gehört.

Die offizielle Begründung für das Verbot: Die Behörden wollten damit „die öffentliche Gesundheit, die öffentliche Ordnung und die öffentliche Moral“ schützen, wie die Organisatoren auf Instagram fassungslos schrieben. Das Verbot sei ein „krasses Beispiel für die Intoleranz der Behörden“, man sei darüber „traurig und verärgert“.

Diese Verbote sollen die Community zermürben, sind sich die Organisatoren sicher

„Diese Verbote zielen darauf ab, uns nicht nur physisch, sondern auch psychisch zu unterdrücken, unsere freiwilligen Bemühungen zu ignorieren und unsere Existenz abzulehnen“, so die Organisatoren. In einem gemeinsamen Video machen verschiedene queere Sportvereine klar, dass sie auch weiterhin „für die Existenz und Sichtbarkeit kämpfen“ würden – „auch im Sport“.

Die Organisatoren haben bereits angekündigt, am heutigen Montag Klage gegen das Verbot der „Queer Olympix“ einreichen zu wollen.