Salzburg: Mahnwache für den „Transgender Day of Remembrance“

"Stigmatisierung und Diskriminierung sind weltweit mit der Lebensrealität von trans Menschen verbunden"

Salzburg
GGG.at

Fast jeden Tag wird eine Transperson wegen ihrer geschlechtlichen Identität ermordet. Zum Gedenken an diese Opfer findet jedes Jahr am 20. November der „Transgender Day of Remembrance“ statt. Diesmal gab es dazu in Salzburg zum ersten Mal eine Mahnwache.

Organisiert wurde diese Mahnwache, die ab 19.00 Uhr auf der Staatsbrücke stattfand, von der Plattform „Solidarisches Salzburg“ und der ÖH Salzburg. Zusätzlich unterstützt wurde sie von der HOSI Salzburg und den Grünen Andersrum Salzburg.

Die Stigmatisierung von Transpersonen begünstigt Hassverbrechen – die Mahnwache soll Mut machen

„Stigmatisierung und Diskriminierung sind weltweit untrennbar mit der Lebensrealität von trans und gender-diversen Menschen verbunden. Strukturelle Benachteiligung und Unterdrückung sind Teil eines Systems, das uns Grundrechte vorenthält und damit Hassverbrechen begünstigt“, so Anton Wittmann vom Transgender-Referat der HOSI Salzburg und Emily Karisch vom Solidarischen Salzburg: „Um diese Missstände aufzuzeigen, Mut zu machen und um an die Opfer von trans- und queerfeindlicher Gewalt zu erinnern, findet am Mittwoch die Mahnwache auf der Staatsbrücke statt.“

Denn in den letzten zwölf Monaten wurden mindestens 331 transsexuelle Menschen wegen ihrer Geschlechtsidentität umgebracht. Gezählt werden die Morde vom „Trans Murder Monitoring Projekt“, das seit 2008 insgesamt 3314 Fälle aus 74 Ländern gezählt hat. Die Dunkelziffer dürfte allerdings viel höher liegen.

Jeden dritten Tag wird in Brasilien eine Transperson ermordet

So starben in den letzten zwölf Monaten mindestens 130 Transpersonen in Brasilien, das diese traurige Statistik mit Abstand anführt. In Mexiko wurden 63 Transpersonen getötet, in Europa wurden neun Morde gezählt. Das jüngste Opfer war erst 14 Jahre alt.

Mindestens dreißig Transpersonen starben n den Vereinigten Staaten einen gewaltsamen Tod. Fast 85 Prozent von ihnen waren dabei Angehörige einer ethnischen Minderheit, fast zwei Drittel von ihnen jünger als 35 Jahre.

Der „Transgender Day of Remembrance“ soll Betroffenen eine Stimme geben

Initiiert wurde der Gedenktag von der Trans-Aktivistin Gwendolyn Ann Smith aus San Francisco. Sie wollte damit dem Mord an Rita Hester gedenken. Die afro-amerikanische Transfrau wurde im November 1998 in ihrer eigenen Wohnung erstochen.

Da es über den Mord so gut wie gar keine Berichterstattung gab und der Fall bis heute als ungeklärt gilt, führte Smith daraufhin das Internet-Projekt „Remembering Our Dead“ ein. Daraus entstand der internationale „Transgender Day of Remembrance“.