Betrunkene Frau rastete aus, weil sie nicht in Cruising-Bar bleiben durfte

Dort konsumierte sie Getränke, die sie selbst mitgebracht hatte

Berlin: Nollendorfplatz
Standardizer/Wikimedia - CC BY-SA 3.0

Weil sie nicht in eine Cruising-Bar für schwule Männer durfte, ist eine 49-jährige Frau im Berliner Regenbogenkiez ausgerastet. Schließlich musste die Polizei kommen, um die offensichtlich illuminierte Dame aus dem Lokal zu bekommen. 

Sie durfte nicht ins Lokal – und setzte sich trotzdem an die Bar

Wie die Berliner Polizei mitteilte, ereignete sich der Vorfall in der Nacht zum Sonntag in einem Lokal an der Ecke Kleiststraße und Eisenacher Straße. Dort befinden sich die beiden Fetisch- und Cruising-Bars “New Action” und “Bull” – und in beiden haben Frauen keinen Zutritt. In welche der beiden Bars die Frau wollte, geht aus dem Polizeibericht nicht hervor. 

Allerdings soll die 49-Jährige mit Nachdruck versucht haben, den Safe Space für paarungswillige Schwule zu besuchen. Der Einlass wurde ihr zwar vom 56-jährigen Lebensgefährten des Betreibers untersagt. Doch davon ließ sich die Frau, die in Begleitung einer anderen Frau war, nicht beeindrucken: Sie setzte sich einfach an die Bar und konsumierte Getränke, die sie selbst mitgebracht hatte. 

Die wiederholten Aufforderungen, das Lokal zu verlassen, ignorierte sie geflissentlich. Der Lebensgefährte des Betreibers rief daraufhin die Polizei. Die Beamten kamen zur Hilfe und die Frau befolgte die Anweisung der uniformierten Freunde und Helfer – und verließ das Lokal zunächst. 

Beim zweiten Versuch, in der Bar zu bleiben, wurde die 49-Jährige rabiat

Doch gegen zwei Uhr früh verspürte die Frau erneut den Drang, die Men-Only-Bar zu besuchen. Wieder wurde ihr der Eintritt verwehrt – und wieder setzte sie sich trotzdem an die Bar. Als sie der 56-Jährige bestimmt aufforderte, das Lokal zu verlassen, soll sie nach dem Mann getreten haben. 

Doch der Lebensgefährte des Betreibers konnte dem Tritt ausweichen – woraufhin die 49-Jährige ihm den Inhalt eines Glases, das sie bereits beim Eintritt ins Lokal mitbrachte und in der Hand hielt, über die Brust schüttete. Dann beschimpfte sie den Mann schwulenfeindlich. 

Erneut musste die Polizei kommen – sie nahm die 49-Jährige vorübergehend fest. Die offenbar alkoholisierte Frau betonte gegenüber den Beamten, dass sie sich diskriminiert fühlte. Nach der Feststellung ihrer Personalien wurde sie wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Wie bei allen mutmaßlichen Hassverbrechen hat auch hier der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen.