Ab Herbst nur mehr geprüfte Vereine für Sexualpädagogik an Schulen

Keine Kirchen oder Religionsgemeinschaften im Akkreditierungsbeirat

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Nach der Causa TeenStar hat das Bildungsministerium angekündigt, dasa ab dem nächsten Schuljahr nur mehr jene Vereine mit sexualpädagogischen Angeboten an Schulen arbeiten dürfen, deren Qualität geprüft wurde. Ab Herbst soll es soweit sein – doch was die Vereine tun müssen, um auf die Liste dieser qualitätsgeprüften Einrichtungen zu kommen, steht noch nicht fest.

Das Ministerium prüft die Details für die Akkreditierung der Vereine seit drei Jahren

Die konkrete Ausgestaltung des Akkreditierungsverfahrens sei noch in Arbeit, so Bildungsminister Heinz Faßmann in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der SPÖ. Das Konzept dazu werde – inklusive flankierender qualitätssichernder Maßnahmen – vom Österreichischen Institut für Familienforschung der Uni Wien erarbeitet.

Es werde auch geprüft, ob für diese Verfahren gesetzliche Änderungen nötig seien, so der Minister weiter. Ebenfalls noch nicht fix sei die Beschickung des Akkreditierungsbeirats. Vertreter von Kirchen oder Religionsgemeinschaften sind darin dem Bildungsministerium zufolge nicht vorgesehen.

Die Inhalte der sexualpädagogischen Angebote müssen dem Stand der Wissenschaft entsprechen

Voraussetzung für die Aufnahme auf diese Liste sei grundsätzlich, dass die Inhalte der Angebote dem jeweiligen Stand der Wissenschaft entsprechen und sich am Prinzip der Geschlechtergleichstellung und der Vielfalt der Lebensformen orientieren. Das Angebot müsse außerdem Lebenswelt, Alter, Interessen und Bedürfnissen der Schüler und Schülerinnen entsprechen. Auch soll der Grundsatz der aktiven Teilnahme der Schüler berücksichtigt werden. Derzeit dürften wegen der Covid-Schutzmaßnahmen ohnehin keine schulfremden Personen an den Schulen tätig sein.

Von der SPÖ, die auch die parlamentarische Anfrage eingebracht hatte, kommt Lob und Kritik ob dieser Maßnahmen: Für SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid ist die Schaffung des Akkreditierungsverfahrens ein wichtiger Schritt. Mario Lindner, Bundesvorsitzender der sozialdemokratischen LGBTIQ-Initiative SoHo kritisiert, dass Faßmann diese Maßnahmen bereits 2019 angekündigt hatte. Der Minister müsse nun „endlich gegen diskriminierende Inhalte in Schulen“ vorgehen.

Der Verein TeenStar erklärte Schülern, Homosexualität sei heilbar und Sex vor der Ehe schlecht

Grund für diese Maßnahme waren Berichte über den christlich-fundamentalistischen Verein TeenStar, in dessen Schulungsmaterialen 2018 unter anderem Homosexualität als heilbares Identitätsproblem und Selbstbefriedigung als schädlich dargestellt wurden. Außerdem propagierte der Verein in den vorliegenden Unterlagen, Sex vor der Ehe zu vermeiden und auf natürliche Empfängnisverhütung zu vertrauen.

Der Verein betonte, dass es sich bei den Unterlagen um veraltete Versionen handelte – doch den Schulen wurde vom Ministerium dringend abgeraten, mit TeenStar zusammenzuarbeiten. Das Ministerium kündigte erstmals noch im Jahr 2018 an, dass sich sexualpädagogische Vereine grundsätzlich akkreditieren lassen müssten, wenn sie an Schulen tätig sein wollten.