Panzergranate im Po: Entschärfungsdienst musste in die Notaufnahme

Der Patient sagte, er sei unglücklich auf die Granate aus dem 2. Weltkrieg gefallen...

Sujetbild: Blaulicht eines Polizeiautos
Sujetbild - Adobe Stock

Mit einer Panzergranate im Allerwertesten ist ein 57-Jähriger Anfang Dezember im Gloucestershire Royal Hospital in Gloucester im Südwesten Englands aufgetaucht. Das berichtet das britische Boulevardblatt The Sun. Neben dem Krankenhauspersonal war auch der Entminungsdienst der britischen Armee zugegen, um das 17 Zentimeter hohe und sechs Zentimeter breite Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg fachgerecht zu entfernen.

17 Zentimeter hoch, sechs Zentimeter breit

Als der Mann in der Notaufnahme erschien, hatte er bereits „erhebliche Schmerzen“, so eine Quelle zur Zeitung. Der Sammler historischer Militärgegenstände erklärte dem erstaunten Krankenhauspersonal, er habe die Granate auf den Boden gestellt, als er zu Hause ausgerutscht sei. Dabei sei er äußerst unglücklich auf die Panzergranate gefallen.

Die Expert:innen im Krankenhaus von Gloucester konnten das Projektil auch recht rasch fachgerecht entfernen – doch das war nur die halbe Arbeit: Aus Sicherheitsgründen musste auch das 11th Explosive Ordnance Disposal Regiment der britischen Armee ausrücken, um die Gefahr einer Explosion auszuschließen. “Wie bei jedem Vorfall mit Munition wurden die Sicherheitsprotokolle befolgt, um zu gewährleisten, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für Patienten, Personal oder Besucher besteht”, erklärte ein Vertreter des Krankenhauses der Sun

Entwarnung: Kein Sprengstoff in der Granate

Die Experten gaben schnell Entwarnung: Die Panzergranate hatte offenbar keinen Sprengstoffkern, sondern nur einen trägen Metallkern aus Blei. Dieser sollte im Kriegsfall die Außenhaut eines Panzers zerreißen, wie ein Waffenexperte erklärt. “Es war praktisch nur ein Stück Metall, also bestand keine Lebensgefahr – zumindest nicht für andere”, fügt er hinzu.

Denn für den Liebhaber historischer Militärgegenstände hätte das Zusammentreffen mit der Granate durchaus gefährlich werden können: Wenn die Spitze der Panzerabwehrgranate den Darm des Mannes durchbohrt hätte, wäre das für ihn durchaus lebensgefährlich gewesen, erklärte eine Ärztin der Sun.

Der Mann soll das Krankenhaus schließlich still und leise wieder verlassen haben – ohne die Granate. Die Ärzt:innen gehen davon aus, dass er sich schnell wieder vollständig erholt. Dass Personen wegen diverser eingeführter Objekte in die Notaufnahme kommen ist, sei „trauriger Alltag“, so die Ärztin zur Zeitung: „Dass deswegen ein Entschärfungskommando kommen muss, habe ich aber noch nie gehört.“