LGBTI-Aktivist wird US-Botschafter in der Schweiz

Mit dem Posten belohnt Biden einen langjährigen Förderer der Demokraten

Scott Miller
Gill Foundation

Der US-Senat hat die Bestellung von Scott Miller zum neuen US-Botschafter für die Schweiz und Liechtenstein bestätigt. Der 41-jährige Ex-Vermögensberater und sein Ehemann gehören zu den größten Förderern von LGBTI-Rechten in den Vereinigten Staaten.

Seit 1994 setzt er sich in der Stiftung seines Mannes für LGBTI-Themen ein

Die Nominierung von Miller wurde bereits im August bekanntgegeben. Wann er sein Amt in Bern mit der Übergabe des Beglaubigungsschreibens antritt, ist noch nicht klar. Bis jetzt ist Scott Miller, der aus Denver im US-Bundesstaat Colorado stammt, als Diplomat nicht in Erscheinung getreten. Der studierte Betriebswirt hat als Unternehmensberater, Eventberater und Vermögensverwalter gearbeitet. 

Er ist außerdem mit seinem 26 Jahre älteren Ehemann Tim Gill Vorsitzender der Gill Foundation, die sich federführend für die Rechte der LGBTI-Community einsetzt. Miller ist in der Stiftung seit 1994 tätig, er setzt sich unter anderem für ein Verbot von „Konversionstherapien“ ein.

Während der Corona-Pandemie kümmerte sich die Gill Foundation auch um die Verteilung von rund 5,6 Millionen Mahlzeiten für zehntausende Bürger in Not in Colorado. Sie förderte zudem die Ausbildung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik an öffentlichen Schulen.

Das Paar gehört zu den größten Unterstützern von LGBTI-Themen

Eigenen Angaben zufolge hat das Paar bereits mehrere hundert Millionen Dollar für den Kampf um die Rechte sexueller Minderheiten ausgegeben. Das Geld dafür kommt vor allem von Gill, der als Gründer der Software-Firma Quark lange Zeit auf der Forbes-Liste der 400 vermögendsten Amerikaner:innen war.

Geheiratet hat das Paar, das als öffentlichkeitsscheu gilt, im Jahr 2009 in Boston im US-Bundesstaat Massachusetts – damals einer von vier Bundesstaaten, in denen schwule und lesbische Paare heiraten können.

Miller und Gill sind langjährige Förderer der Demokraten

Mit dem Posten in Bern belohnt Biden nun einen langjährigen Förderer der Demokraten. So haben Miller und Gill die Wahlkämpfe von Barack Obama, Hillary Clinton und Joe Biden genauso unterstützt wie jenen von Jared Polls, der 2018 in Colorado zum ersten offen schwulen Gouverneur der USA gewählt wurde.

Der Chefposten in Bern war seit Jänner 2021 vakant: Der bisherige Botschafter in der Schweiz, Edward McMullen, galt als Trump-Vertrauter und verließ unser Nachbarland nach der Amtseinführung von Joe Biden. Während seiner Amtszeit galt er trotzdem als LGBTI-freundlich – so hisste er trotz eines Verbots aus Washington zum Pride Month die Regenbogenflagge vor der US-Botschaft.