Spanischer „Grindr-Mörder“ stellt sich der Polizei

Der 25-Jährige bestreitet die ihm zur Last gelegten Taten

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In Spanien hat sich ein 25 Jahre alter Kolumbianer der Polizei gestellt. Er wird verdächtigt, mindestens vier Männer bei Grindr-Dates getötet und beraubt zu haben. Der Mann wurde festgenommen. Er selbst bestreitet alle Vorwürfe, es gilt die Unschuldsvermutung.

Nach einer öffentlichen Fahndung stellte sich der junge Mann der Polizei

Wie die spanische Tageszeitung El País  unter Berufung auf die Polizei schreibt, hat sich der 25-Jährige, der als „Carlos“ bekannt war, in der Stadt Irún an der französischen Grenze selbst den Behörden gestellt, nachdem öffentlich nach ihm gefahndet wurde.  Er soll gegenüber den Beamten angekündigt haben, kooperativ sein zu wollen.

Der 25-Jährige, dessen Identität nicht bekanntgegeben wurde, soll in Bilbao, der Hauptstadt des spanischen Baskenlandes, mehrere Männer bei Dates über Grindr mit Liquid Ecstasy getötet und dann ihre Konten geleert haben. Die Ertzaintza, die Polizei des Baskenlandes, hat mittlerweile offiziell acht Todesfälle als verdächtig eingestuft. 

Erste Hinweise gab es schon im Oktober 2021

Aufmerksam wurde die baskische Polizei auf den möglichen Serienmörder bereits im Oktober 2021, als Angehörige eines 43-jährigen Opfers der Polizei meldeten, dass dessen Bankkonto nach seinem Tod leergeräumt wurde. Es wurde eine zweite Autopsie durchgeführt, bei der Spuren von Liquid Ecstasy gefunden wurden.

Fahrt nahmen die Ermittlungen erst im Dezember 2021 auf, als sich ein Mann, der einen Mordversuch überlebt hatte, bei der Polizei gemeldet hatte: Ein Date, das er über die Dating-App Grindr kennengelernt hatte, habe versucht, ihn zu erwürgen.

Der 25-Jährge hätte bei seiner Flucht schließlich seinen Rucksack mit Dokumenten und Liquid Ecstasy liegenlassen. Damit hatte die Polizei Informationen über die Identität des Mannes, der allerdings untergetaucht war. Ein Richter in Bilbao erließ einen Durchsuchungs- und Haftbefehl.

Der Verdächtige war in Spanien unterwegs und nicht im Baskenland ansässig

Mit Hilfe der Nationalpolizei konnte die Ertzaintza herausfinden, dass der mutmaßliche Serienmörder bereits seit mehr als drei Jahren in Spanien gelebt hat und während dieser Zeit seinen Wohnort immer wieder geändert hatte, wie es aus Polizeiquellen heißt.

Seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte er „nicht im Baskenland“, so die baskische Polizei weiter. Nun wird auch in anderen Orten wie Madrid oder Alicante ermittelt, ob es ähnliche Todesfälle gab, als der Tatverdächtige sich dort aufgehalten hatte.