Beim Date vergiftet: Mutmaßlicher Serienmörder sorgt in Spanien für Angst

Vier Opfer wurden schon identifiziert - doch es könnte noch viel mehr geben

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

Gibt es in der spanischen Metropole Bilbao einen Serienmörder, der es auf schwule Männer abgesehen hat? Genau das befürchtet die Ertzaintza, die baskische Polizei – mindestens vier Männer soll der Unbekannte schon getötet haben, die Zahl der Opfer könnte aber auch deutlich höher sein. Ein Verdächtiger ist abgetaucht.

Mit dem Grindr-Date kam der Tod

Wie unter anderem die spanische Tageszeitung El Mundo  unter Berufung auf die baskischen Behörden berichtet, ist ein Mann in seinen Zwanzigern dringend tatverdächtig. Er soll seine späteren Opfer über die beliebte Dating-App Grindr kennengelernt haben: Nachdem sie ihn zu sich eingeladen hatten, vergiftete er sie mit einer Überdosis Liquid Ecstasy und räumte ihre Konten leer, nachdem er zuvor an ihre Passwörter gekommen war, so die Polizei.

Aufmerksam wurde die Ertzaintza auf den möglichen Serienmörder bereits im Oktober 2021, als Angehörige eines 43-jährigen Opfers der Polizei meldeten, dass dessen Bankkonto leergeräumt wurde. Es wurde eine zweite Autopsie durchgeführt, bei der Spuren von Liquid Ecstasy gefunden wurden.

Ein misslungener Mordversuch führte die Polizei auf die Spur des Verdächtigen

Fahrt nahmen die Ermittlungen allerdings erst im Dezember 2021 auf, als ein Mann, der gerade einen Mordversuch überlebt hatte, sich bei der Polizei meldete: Ein Mann, den er schon mehrmals getroffen habe, habe versucht, ihn zu strangulieren, nachdem er erfolglos versucht hatte, ihm Liquid Ecstasy zu verabreichen. Es kam zu einem Kampf, bei dem der Mann einen Rucksack mit seinen Dokumenten und Liquid Ecstasy bei seinem Opfer vergessen habe.

Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um einen etwa 24 Jahre alten Mann südamerikanischer Herkunft, der sich „Carlos“ nennt und dessen Identität zwar durch die Dokumente bekannt sei, sein Aufenthaltsort allerdings nicht. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen.

In Bilbao geht die Polizei bis jetzt von bis zu acht Opfern aus

Die baskische Polizei hat daraufhin die Todesfälle mehrerer Schwuler untersucht, die 2021 gestorben waren und deren Tod zunächst auf natürliche Ursachen zurückgeführt wurde. Bis jetzt konnten im September und Oktober 2021 vier Morde im gleichen Viertel von Bilbao mit dem mutmaßlichen Serienmörder in Verbindung gebracht werden.

Bei vier weiteren Todesfällen wartet die Polizei noch auf chemische Analysen – doch auch hier gehen die Beamt:innen nach. Informationen der baskischen Zeitung El Correo  davon aus, dass es sich um weitere Opfer des Mannes handelt. 

War der Serienmörder auch in Madrid oder Valencia aktiv?

Ob es noch mehr Opfer des mutmaßlichen Serienmörders gibt, vielleicht auch in anderen Regionen Spaniens, ist derzeit nicht klar. Die baskische Polizei glaubt, dass „Carlos“ auch in Madrid oder Valencia aktiv gewesen sein könnte.

Das sorgt in Bilbao nicht nur unter der Community für „angespannte Ruhe“, wie Bürgermeister Juan Mari Aburto in einem Interview mit einem baskischen Radiosender bestätigt. Er rief die Bevölkerung zur „Besonnenheit“ auf und betonte, man müsse alles tun, um die Gesellschaft „nicht zu alarmieren“, solange man „nicht über angemessene Daten verfügt“.