Sonntag, 14. April 2024
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ESC: Olly Alexander, Bambie Thug und Nemo trotzen Boykott-Aufforderungen

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Es sind hunderte queerer Künstler:innen, Organisationen und Privatpersonen aus Großbritannien, die nicht wollen, dass „Years & Years“-Frontmann Olly Alexander diesen Mai in Malmö das Vereinigte Königreich beim Eurovision Song Contest (ESC) vertritt.

„Queers for Palestine“ forderten Alexander zum ESC-Boykott auf

Der Grund: Auch Israel tritt beim Song Contest auf, und Alexander solle den Wettbewerb aus Solidarität mit Palästina boykottieren. Erhoben wird die Forderung nun in einem Offenen Brief der Organisation „Queere For Palestine“.

In dem Brief heißt es unter anderem: „Mit ihrer Weigerung, Israel aus dem Wettbewerb auszuschließen, bietet die Europäische Rundfunkunion (EBU) der katastrophalen Gewalt, die Israel gegen die Palästinenser entfesselt hat, kulturellen Schutz und unterstützt sie.“

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Deutlicher Widerstand gegen die ESC-Teilnahme Israels

Erst vor einigen Tagen wurde bekannt, dass das größte Public Viewing des ESC in London abgesagt wurde, weil Israel am Song Contest teilnimmt. Hinter den Aufrufen steht die Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel (PACBI), ein Gründungsmitglied der umstrittenen BDS-Bewegung.

Und nicht nur in Großbritannien macht sich Widerstand gegen eine Teilnahme Israels beim Song Contest breit: Im Austragungsland Schweden haben mehr als 1.000 Künstler:innen einen Boykott gefordert, darunter auch Robyn und First Aid Kit. Ebenso erreichte eine Petition unter finnischen Musikschaffenden mehr als 1.400 Unterschriften.

Gemeinsame Aussendung von neun Teilnehmer:innen: Solidarität mit Unterdrückten und der Glaube an die Kraft der Musik

Doch die lautstarken Forderungen dürften ihr Ziel nicht erreichen. In einer gemeinsamen Aussendung äußern sich Olly Alexander, Bambie Thug aus Irland, Gåte aus Norwegen, Iolanda aus Portugal, Megara aus San Marino, Nemo aus der Schweiz, Saba aus Dänemark, Silvester Belt aus Litauen und Windows95Man aus Finnland zu der Causa.

„Zunächst möchten wir uns für das Privileg bedanken, an der Eurovision teilzunehmen“, heißt es dort: „Angesichts der aktuellen Situation in den besetzten palästinensischen Gebieten, insbesondere im Gazastreifen, und in Israel fühlen wir uns nicht wohl dabei, zu schweigen.“

„Gegen alle Formen des Hasses“

Es sei den Künstlern „wichtig, uns mit den Unterdrückten zu solidarisieren und unseren innigen Wunsch nach Frieden, einem sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand und der sicheren Rückkehr aller Geiseln zu übermitteln“. Man stehe „geschlossen gegen alle Formen des Hasses, einschließlich Antisemitismus und Islamophobie“.

„Wir glauben fest an die verbindende Kraft der Musik, die es Menschen ermöglicht, Unterschiede zu überwinden und sinnvolle Gespräche und Verbindungen zu fördern“, heißt es weiter: “Wir halten es für unsere Pflicht, diesen Raum zu schaffen und aufrechtzuerhalten, in der festen Hoffnung, dass er zu mehr Mitgefühl und Empathie anregt.“

Israels Beitrag war anfangs umstritten

Der diesjährige Beitrag Israels zum Song Contest war auch innerhalb des Bewerbs nicht unumstritten. In der Originalversion hatte das Lied von Eden Golan Bezüge zu den Opfern des Hamas-Terroranschlags vom 7. Oktober – was ein Verstoß gegen die Neutralitätspflicht des ESC gewesen wäre. 

Erst nach einigen „notwendigen Anpassungen“ wurde die Teilnahme Israels bestätigt. Diese wurden erst nach einem Aufruf des israelischen Präsidenten Isaac Herzog an den öffentlich-rechtlichen Sender KAN in Auftrag gegeben – zuvor hatte der Sender auf der ursprünglichen Version bestanden.

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