Montag, 15. Juli 2024
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LGBTI-Fußballfans in Katar? Britischer Außenminister hat „echte Arbeit zu tun“

Aussagen von James Cleverly irritieren nicht nur die Community

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Normalerweise halten auch konservative Politiker in Großbritannien die Rechte sexueller Minderheiten hoch. Doch diese Prämisse scheint unter dem neuen Premierminister Rishi Sunak zu wackeln. „Ich habe echte Arbeit zu tun“, sagte der britische Außenminister James Cleverly, als er in einer Radiosendung auf einen möglichen Boykott der Fußball-WM aufgrund der Menschenrechtslage in Katar angesprochen wird.

LGBTI-Fußballfans sollen sich in Katar „respektvoll verhalten“

Stattdessen fordert er queere Fußballfans auf, sich während der Fußball-WM in Katar „respektvoll“ zu verhalten. „Ich glaube, mit ein wenig Flexibilität und Kompromissen an beiden Enden kann es eine sichere und aufregende Weltmeisterschaft werden“, so der konservative Politiker gegenüber dem Sender LBC Radio 

Katar versuche, „sicherzustellen, dass die Menschen sie selbst sein können und den Fußball genießen“, wiederholt Cleverly die seit Monaten vom offiziellen Katar verbreitete Botschaft – an der Menschenrechtler und LGBTI-Aktivist:innen allerdings mehr als zweifeln.

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In einem Interview mit Sky News präzisierte der Außenminister seine Aussage: „Das sind islamische Länder, die haben eine ganz andere kulturelle Ausgangslage als wir. Ich halte es für wichtig, als Besucher eines Landes die Kultur des Gastlandes zu respektieren“, so der 53-Jährige.

Aktion des LGBTI-Aktivisten Peter Tatchell brachte Cleverly in Zugzwang

Den Aussagen vorangegangen war eine Aktion des britischen LGBTI-Aktivisten Peter Tatchell. Der 70-Jährige hatte in Doha mit einem Schild protestiert, auf dem „Katar nimmt LGBTs fest, steckt sie ins Gefängnis und unterzieht sie einer ‚Konversion‘“ zu lesen war. Die britische Regierung müsse „abscheulichen Menschenrechtsverstöße, die das Regime von Katar täglich begeht“ verurteilen, forderte er.

Damit bezieht er sich unter anderem auf eine Recherche der NGO Human Rights Watch (HRW), bei der sechs queere Menschen berichten, welche Menschenrechtsverletzungen ihnen in Katar angetan wurden – von sexuellen Belästigungen über Prügel bis hin zu monatelangen Inhaftierungen ohne Anklage.

Tatchells Protestaktion endete mit einer Festnahme durch zweu uniformierte Beamte und drei Zivilpolizisten. „Man hat uns schließlich sehr deutlich gesagt, dass es in unserem Interesse sei, das Land so schnell wie möglich zu verlassen“, sagte der 70-Jährige gegenüber der BBC .