Kein Einlass mit Regenbogenfarben: FIFA verspricht Besserung

Nach Beschwerde des walisischen Verbandes

Regenbogen-Bucket
FAWales

Vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar haben sich die Offiziellen bemüht zu betonen, dass der Regenbogen als Symbol der LGBTI-Community auch in den WM-Stadien willkommen sei. Doch die Praxis sah anders aus – nun wollen die FIFA und die Veranstalter nachbessern.

Das Versprechen des Organisations-Chefs hielt nicht

So meinte Nasser Al-Khater, Geschäftsführer des Organisationskomitees der Fußball-WM, vor einem Jahr im Nachrichtensender CNN, es sei erlaubt, während der WM Regenbogenflaggen ins Stadion mitzunehmen. Katar sei ein „sehr gastfreundliches und tolerantes Land“, wenn man sich „sittsam“ verhalte.

Doch als sich am Montag der US-Sportjournalist Grant Wahl mit einem Regenbogen-Shirt das Spiel der Vereinigten Staaten gegen Wales im Ahmad bin Ali Stadion von Al-Rajjan ansehen wollte, wurde ihm eigenen Angaben zufolge zunächst der Einlass verwehrt.

Der Fußballanalyst, der für das US-Network CBS arbeitet, wurde von einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes aufgefordert, sein T-Shirt zu wechseln, da seines nicht erlaubt sei. Später twitterte Grant, dass er mit dem gleichen Shirt doch durch die Einlasskontrolle gekommen sei.

Beim ersten Spiel wurden zahlreiche Fans aus Wales nicht ins Stadion gelassen

Ähnliches erlebten zahlreiche walisische Fans. Sie trugen ein Bucket, die traditionelle Kopfbedeckung der Wales-Fans. Diese wurden heuer als Zeichen der Solidarität mit der LGBTI-Community in einer Regenbogen-Edition auf den Markt gebracht – was den Securities in Katar offenbar auch nicht gefiel.

So schrieb etwa die ehemalige walisische Fußballerin Laura McAllister auf Twitter, dass Kopfbedeckungen konfisziert worden seien, darunter auch ihre: “Diese WM wird einfach immer besser”, schrieb sie sarkastisch, “aber wir werden weiterhin für unsere Werte einstehen”. Der walisische Sender S4C veröffentlichte auf Twitter auch ein Video davon.

Mae cefnogwyr sydd â nwyddau gyda symbol yr enfys arnynt wedi profi trafferthion wrth fynd i mewn i'r stadiwm i wylio Cymru.

Dyma brofiad @LauraMcAllister. pic.twitter.com/fsvCKqVqCL

— Newyddion S4C (@NewyddionS4C) November 21, 2022

Wie der Guardian berichtet, sei McAllister aber doch noch mit ihrem Bucket ins Stadion gekommen. Sie selbst bezeichnete dies als “kleinen moralischen Sieg”. Der walisische Fußballverband (FAW) bestätigte, dass Verbandsmitglieder aufgefordert wurden, ihre Hüte vor dem Spiel abzunehmen und wegzuwerfen.

„One Love“-Binde ruft die Polizei von Katar auf den Plan

Den dänischen Fernsehjournalisten Jon Pagh hinderte die katarische Polizei am Montag am Tragen der “One Love”-Binde. Ein Video auf dem Twitter-Account des Dänen zeigt, wie er für einen Beitrag vor dem Hotel der dänischen Fußball-Nationalmannschaft die Binde am Arm trägt. Zwei Polizisten wollen dies verhindern, weiter versuchen sie, die Hand vor die Kameralinse zu halten und das Filmen des Zwischenfalls zu unterbinden.

30 km ude i en mørk ørken i Qatar. pic.twitter.com/7KO85ydo9B

— Jon Pagh (@JonPagh) November 21, 2022

Auch Bild-Reporter Heiko Nidderer erklärte, er sei wegen eines Regenbogen-Schlüsselbandes im Stadion von einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes verwarnt worden. “Ich wollte Sie nur informieren – ziehen Sie das besser nicht mehr an”, soll ihm der Mann gesagt haben: “Heute hatten Sie Glück, aber beim nächsten Mal nicht mehr.”

Ab heute sollte der Regenbogen kein Problem im Stadion mehr sein

Nun wollen die Verantwortlichen nachbessern: Mit dem heutigen Beginn der zweiten Runde der Gruppenphase sollen Anhänger, die ihre Unterstützung für die LGBTI-Community in den Arenen dokumentieren, dafür nicht mehr vom Sicherheitspersonal behelligt werden. Das geht aus der Antwort einer Anfrage des walisischen Fußballverbandes hervor. „Alle WM-Austragungsorte wurden kontaktiert und angewiesen, die vereinbarten Regeln und Vorschriften einzuhalten“, so der FAW auf Twitter.

In response to the FAW, FIFA has confirmed that fans with Rainbow Wall bucket hats and rainbow flags will be allowed entry to the stadium for @Cymru’s match against Iran on Friday.

All World Cup venues have been contacted and instructed to follow the agreed rules & regulations. pic.twitter.com/9XRlx98V6h

— FA WALES (@FAWales) November 24, 2022

Der Verband hatte sich nach dem Spiel am Montag offiziell bei der FIFA beschwert, dass Fans mit Regenbogen-Buckets beim Eintritt ins Stadion Probleme bekamen. „Wir bleiben bei der Überzeugung, dass Fußball für alle da ist“, so die Haltung des Verbandes, der die FIFA aufforderte, „sich an ihre Botschaft zu halten, dass jeder während der Weltmeisterschaft in Katar willkommen ist“. Nun scheint es, dass sich der Weltfußballverband zumindest daran hält.