Sonntag, 16. Juni 2024
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Grazer „Nacktfoto-Lehrer“ wieder enthaftet

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Wie die Kleine Zeitung  berichtet, soll der Ex-Pädagoge sein Schweigen gebrochen haben: Nachdem er sich bis jetzt zu den Vorwürfen nicht geäußert hatte und den Kriminalist:innen auch die Zugangscodes zu sichergestellten Speichermedien verweigert haben dürfte, habe er nun ein „nahezu umfassendes Geständnis abgelegt“, sagt Christian Kroschl, Sprecher der Grazer Staatsanwaltschaft zu der Zeitung.

Seine Schüler schickten ihm Nacktfotos auf ein Fake-Profil

Gegen den Mann ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft seit November 2022 wegen pornografischer Darstellung Minderjähriger und Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses. Er soll sich auf Snapchat als Mädchen ausgegeben haben, um mit seinen jugendlichen Schülern in Kontakt zu kommen. Dann soll er sie dazu überredet haben, ihm Nacktbilder und „Aufnahmen geschlechtlicher Handlungen“ zu senden. Dafür soll er sie mit Gutscheinen bezahlt haben.

Zuletzt soll er versucht haben, Beweismittel über „neuerlich angeschaffte elektronische Geräte“ zu unterdrücken. Außerdem soll der ehemalige Lehrer über ein falsches Social-Media-Profil mit mindestens einem seiner Opfer erneut in Kontakt getreten sein. Er soll den Buben dabei zu einer Falschaussage bei der Polizei gedrängt zu haben. Er wurde deshalb wegen Verdunkelungsgefahr am Mittwoch festgenommen.

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Nach der Untersuchungshaft gab es eine umfassende Aussage

Der kurze Aufenthalt in der Justizanstalt Jakomini dürfte den ehemaligen Lehrer zum Umdenken gebracht haben: Neben den bereits zuvor bekannten Punkten habe er nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch die neuerliche Kontaktaufnahme zu einem Opfer gestanden, um ihn zu einer falschen Aussage bei der Polizei zu bewegen.

Die Enthaftung erfolgte gegen den Willen der Staatsanwaltschaft, sie sei auch noch nicht rechtskräftig, betont man dort. Man überlege, dagegen Mittel einzulegen. Der Freigekommene muss allerdings Auflagen einhalten, wie etwa keine Kontaktaufnahme zu den Involvierten, und die Anweisung zum Beginn einer Sexualtherapie. Außerdem muss er einer Arbeit nachgehen.

Die genaue Anzahl der Opfer steht noch nicht fest. Zahlreiche Verdachtsfälle haben sich jedoch erhärtet. Die Ermittlungen dauern noch an, unter anderem ist ein Sachverständiger mit der Auswertung der elektronischen Beweismittel beschäftigt, die beim ehemaligen Lehrer sichergestellt wurden.