Montag, 17. Juni 2024
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Regierung greift durch: Letztes LGBTI-Zentrum in Peking geschlossen

In China hat die Regierung ein Zentrum geschlossen, das der queeren Bevölkerung Pekings als einer der letzten sicheren Orte gedient hat.

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Die Mitteilung des Pekinger LGBT-Zentrums im chinesischen Messenger-Dienst WeChat war eindeutig: „Wir bedauern sehr, dass das Pekinger LGBT-Zentrum aufgrund von Umständen, die sich unserer Kontrolle entziehen, seinen Betrieb heute einstellen wird“, heißt es in einer Nachricht, die auf dem offiziellen Account des Zentrums veröffentlicht wurde.

Einsatz für die LGBTI-Community ist in Peking nun praktisch unmöglich

Für die LGBTI-Community in Peking ist das ein schwerer Schlag. Denn nun ist es praktisch unmöglich, sich in der chinesischen Hauptstadt für die Rechte sexueller Minderheiten einzusetzen. „Sie sind nicht die erste Gruppe und auch nicht die größte, aber weil das Beijing LGBT Center in Peking war, repräsentierte es Chinas LGBT-Bewegung“, so ein chinesischer Aktivist, der aus Angst um seine Sicherheit anonym bleiben will. 

Es sei wichtig, in der Hauptstadt Peking als politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Chinas eine solche Organisation zu haben, so der Aktivist weiter: „Es war ein Symbol für die Präsenz der LGBT-Bewegung.“ Dem entsprechend sendet auch die Schließung durch den Staat ein entsprechendes Signal aus.

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Nach gut 15 Jahren musste das Zentrum seine Pforten schließen

Das Beijing LGBT Center begann im Jahr 2008 als Safe Space für die Community, um Veranstaltungen durchzuführen und wuchs über die Jahre. Schließlich wurde es zu einer Interessensgruppe, mit dem Ziel, „die Lebensbedingungen für die sexuell vielfältige Gemeinschaft zu verbessern“. Das Zentrum bot auch kostengünstige psychologische Beratung an und veröffentlichte Listen von queerfreundlichen Gesundheitsexpert:innen.

Die Lage sexueller Minderheiten in China hat sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Das hat teilweise seltsame Auswüchse. So wurde etwa der Kinofilm „Phantastische Tierwesen“ zensiert, weil Dumbledore in China nicht schwul sein dürfe.