Mittwoch, 19. Juni 2024
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Schwules Sex-Video eines Sittenwächters sorgt im Iran für Unruhe

Ein Sex-Tape bringt derzeit im Iran die Obrigkeit zum Schwitzen: Es zeigt einen Beamten, der in der Region für die religiöse Frömmigkeit zuständig ist, beim Sex mit einem Mann. Gleichgeschlechtlicher Sex ist im Iran verboten und wird hart bestraft.

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Aufgetaucht ist das Video zuerst auf dem Telegram-Kanal des oppositionellen Mediums Radio Gilan. Es soll Reza Tsaghati, den Leiter der Abteilung für Kultur und islamische Führung in der Provinz Gilan, beim Sex mit einem anderen Mann zeigen. Wie die BBC  betont, konnte die Authentizität des Videos bis jetzt nicht bestätigt werden.

Eine der höchsten moralischen Instanzen der Region hat Sex mit einem Mann

Tsaghati ist eine der höchsten regionalen Autoritäten, wenn es um Glaube und Moral geht. So ist er unter anderem der Gründer eines Kulturzentrums, das sich mit „Frömmigkeit und dem Tragen des Hijabs“ beschäftigt.

Mittlerweile hat sich das Video nicht nur im Iran in Windeseile über Soziale Medien verbreitet. In den ersten Tagen nach seiner Veröffentlichung schwiegen staatliche Stellen auffällig über das Sex-Video. Erst am 22. Juli gab es eine Erklärung, die auf den „mutmaßlichen Fehltritt des Leiters der islamischen Führung in Gilan“ hinwies.

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Nach einer Schrecksekunde reagiert nun das Regime

Der Fall sei „zur sorgfältigen Prüfung an die Justizbehörden verwiesen“ worden, heißt es weiter. Die Behörden warnten davor, das schwule Sex-Tape mit dem hochrangigen Beamten zur „Schwächung der ehrenvollen kulturellen Front der Islamischen Revolution“ zu verwenden.

Für die Dauer der Ermittlungen wurde Tsaghati von seinen Vorgesetzten suspendiert. Die Behörden bemühen sich zu betonen, dass sie keine Kenntnis von seinem mutmaßlichen Verhalten haben. Der iranische Kulturminister Mohammad Mehdi Esmaili sagte am Samstag, dass es vor dem Auftauchen des Videos keine negativen Informationen über Tsaghati gegeben habe.

Queeren Menschen droht im Iran die Todesstrafe

Homosexualität ist im Irak illegal. Nach iranischem Recht, das auf der Scharia basiert, gelten gleichgeschlechtliche Beziehungen als Verbrechen. Die Höchststrafe dafür ist der Tod. Doch die fürfte Tsaghati erspart bleiben – auch, weil er als iranischer Beamter mit einer deutlich milderen Bestrafung rechnen kann als durchschnittliche Bürger:innen.

Queere Menschen sind im Iran zusätzlich zu den Strafandrohungen jeden Tag Diskriminierung, Belästigung und Gewalt ausgesetzt. Eine Umfrage im Rahmen der World Values Survey ergab, dass mehr als 90 Prozent der Menschen im Iran Homosexualität für falsch halten.