Donnerstag, 30. Mai 2024
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Erste:r nicht-binäre:r Richter:in Mexikos tot aufgefunden

In Mexiko ist Jesús Ociel Baena Saucedo, erste:r nicht-binäre:r Verwaltungsrichter:in des Landes, ermordet worden. Die Umstände des Todes sind nicht geklärt.

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Die erste nicht-binäre Person Lateinamerikas, die das Amt eines Verwaltungsrichters inne hatte, ist tot. Wie lokale Medien berichten, wurde die Leiche von Jesús Ociel Baena Saucedo am Montag gegen neun Uhr früh im Haus in der Gemeinde Punta del Cielo gefunden worden. 

Neben Baena wurde auch die Leiche des Partners gefunden

Wie die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Aguascalientes mittlerweile bestätigt hat, wurde neben der Leiche des Richters eine weitere Person tot aufgefunden. Aktivist:innen zufolge soll es sich dabei vermutlich um Baenas Partner Dorian Daniel Nieves Herrera handeln. 

Todesursache sollen tödliche Stichverletzungen gewesen sein. „Eine der Leichen wurde mit einem Schneidewerkzeug gefunden“, heißt es aus dem Büro der Staatsanwaltschaft.

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Die genauen Umstände des Todes sind ungeklärt

Die mexikanische Sicherheitsministerin Rosa Icela Rodriguez sagte, es sei nicht klar, ob der Tod der beiden Personen „ein Mord oder eine Art Unfall“ gewesen sei. Der Staatsanwaltschaft zufolge soll keine externe Person das Haus betreten haben. Außerhalb des Wohnhauses soll es keine Blutspuren gegeben haben.

Baena stand seit August unter Polizeischutz. Grund dafür waren zahlreiche Morddrohungen, die Hetze einer Senatorin der Arbeitspartei sowie der Tod des LGBTI-Aktivisten Ulises Nava, der im Juli in vor einem Museum in Aguascalientes umgebracht wurde.

Es war auch einer der Personenschützer, der die Toten fand: Er klopfte an die Türe des Hauses, und als er keine Antwort erhielt, beschloss er, das Haus zu betreten. Dann fand er dort die Leichen.

Vertreter:innen der Gleichstellungsbewegung fordern die Behörden auf, den Tod ordnungsgemäß zu untersuchen. „Das Vermächtnis im Kampf für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung, durch strategische Gerichtsverfahren und unermüdliche Aktionen zugunsten der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt, ist von unschätzbarem Wert. Wir fordern eine vollständige Klärung der Fakten“, heißt es in einer Stellungnahme.

Eine der ersten Personen in Mexiko mit nicht-binärem Reisepass

Jesús Ociel Baena Saucedo wurde im Oktober 2022 als erste nicht-binäre Person in ganz Lateinamerika in einem Richteramt vereidigt worden. Im Juni gehörte Baena zu den ersten Personen, die in Mexiko einen geschlechtsneutralen Reisepass erhalten haben.

Baena hatte sich auf Verwaltungs- und Wahlrecht spezialisiert und amtierte am Wahlgericht des Bundesstaates Aguascalientes. Erst am 25. Oktober hatte Baena seinen Master-Abschluss in Wahlrecht erhalten, den ersten, der in inklusiver Sprache verliehen wurde.