ÖVP: Josef Pröll für Zeremonie am Standesamt

Dass Eingetragene Partnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare am Standesamt geschlossen werden sollen, sorgt in der ÖVP für heiße Debatten. Vizeparteichef Josef Pröll hat sich jetzt für das Standesamt als Ort der Eintragung ausgesprochen und wendet sich damit gegen kritische Stimmen in der eigenen Partei: „Ich weiß, dass es hierzu unterschiedliche Meinungen gibt. Ich persönlich finde es für richtig, diese gleichgeschlechtliche Partnerschaft vor dem Standesamt zu vollziehen“, erinnert der Regierungskoordinator in der Samstag-Ausgabe der „Tiroler Tageszeitung“ an einen entsprechenden Beschluss im Perspektivenpapier der Volkspartei.

Für die ÖVP sei eine klare Unterscheidung zur Ehe unabdingbar, erklärte Pröll. Deshalb werde es auch kein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare geben. Alles andere seien ja bloß Scharmützel, die nicht im Interesse derer seien, die sich ein neues Partnerschaftsgesetz wünschten: „Zeremonie ja oder nein kann doch nicht ein Streitthema sein. Jeder soll so feiern können wie er will.“

Strikt gegen das Standesamt ist hingegen der Zweite Nationalratspräsident Michael Spindelegger in der selben Zeitung: „Ich glaube nicht, dass das Standesamt der geeignete Ort ist, weil der Eindruck entsteht, dass es um eine Eheschließung geht.“ Er sei „strikt gegen eine Zeremonie am Standesamt, wo zuerst die Hetero- und dann die Homosexuellen drankommen“, erklärt Spindelegger. Eine bessere Möglichkeit, die Partnerschaft eintragen zu lassen, wäre für den ÖVP-Politiker ein Notar.