Ukrainische Kirche gegen Lesben- und Schwulenrechte

In der Ukraine machen die Kirchen erneut gegen Lesben und Schwule mobil. Das berichten die „Ukraine-Nachrichten“. Der Allukrainische Rat der Kirchen und religiösen Organisationen (ARK) hat Präsident Viktor Janukowitsch aufgefordert, im Europarat gegen die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Paare zu stimmen.

Am 29. April diskutiert die parlamentarische Versammlung des Europarates über die Stärkung der Rechte von Lesben und Schwulen. Konkret sollen alle Mitgliedsstaaten des Europarates gleichgeschlechtliche Paare anerkennen, inklusive der Anerkennung als Familie und der Möglichkeit der Stiefkindadoption. Wie die ukrainische Delegation in dieser Frage abstimmen wird, ist noch offen.

Nun machen die Kirchen Stimmung gegen Lesben und Schwule: „Wir bitten darum die Position der ukrainischen Öffentlichkeit zu berücksichtigen, darunter die der Kirchen und religiösen Organisationen, die kategorisch gegen eine Unterstützung jeglicher Initiativen auf internationaler Ebene durch die Ukraine oder der Einführung in der Ukraine auftreten, die mit der Propaganda von Homosexualität und Versuchen der Legalisierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen in Verbindung stehen“, heißt es in einem Brief, den der AKR Präsident Janukowitsch geschrieben hat.

Lesben- und Schwulenvereinigungen der Ukraine hoffen, dass die Ukraine die Resolution unterstützen wird. Zumindest hat sich das Land im Europarat noch nicht gegen die Resolution ausgesprochen oder Änderungen beantragt. „In Europa führen sich unsere Abgeordneten zivilisierter auf und stimmen für allgemeineuropäische Werte“, erklärte Oleg Alechin, Vorsitzender der Lesben- und Schwulenverbandes „LiGA“, dem “Kommersant-Ukraine“. Das hofft auch Swjatoslaw Scheremet, Leiter des ukrainischen Schwulenforums: „In der Ukraine gibt es Schwule, Lesben und Bisexuelle. Es gibt gleichgeschlechtliche Familien und von ihnen adoptierte Kinder. Doch es gibt keine Gesetze, mit denen diese Beziehungen geregelt werden. Wir gehen in die Kirche, zahlen Steuern, tragen unseren Anteil zur sozialen, ökonomischen und kulturellen Entwicklung des Landes bei; es ist Zeit, dass auch der Staat uns seien Blick zuwendet.“