Donnerstag, 20. Juni 2024
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Aufklärung in der Schule empört tschechische Kirche

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Zu offen ist tschechischen Kirchenmännern offenbar ein Leitfaden für den Sexualunterricht an Schulen.

Dabei gelten die Tschechen nicht gerade als prüde – dass im letzten Jahr 55 Prozent der verheirateten Männer und 34 Prozent der verheirateten Frauen zugaben, ihren Partner betrogen zu haben, ist einer der tiefsten Werte seit Jahren. Dem entsprechend offen ist auch ein Leitfaden für Sexualunterricht an Schulen: Ohne Tabus wird über Selbstbefriedigung informiert, Homosexualität gilt in dem Leitfaden als „normale sexuelle Orientierung einer Minderheit“.

Einer Gruppe konservativer Tschechen, darunter Kirchenmännern, ist das zuviel. Einem Bericht der Wiener Tageszeitung „Die Presse“ zufolge proben sie den Aufstand. Der Leitfaden verführe Kinder ihrer Meinung nach zu „ungesund frühen Sex-Erlebnissen“ und rede zu offen über „bedenkliche“ Praktiken. Besonders empört die Kritiker, wie Kinder auf die Thematik eingestimmt werden sollen. Da empfiehlt der Leitfaden nämlich eine Art „Reise nach Jerusalem“, bei der alle jene Schüler Plätze tauschen sollen, die sich schon selbst befriedigt hätten.

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Bildungsminister Josef Dobeš lässt sich davon nicht beeindrucken – zwar hat er mit dem neuen Prager Erzbischof Dominik Duka über den Leitfaden gesprochen, ändern will er die kritisierten Passagen aber nicht.