Montag, 27. Mai 2024
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Theaterstück mit schwulem Inhalt in Uganda uraufgeführt

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In einem kleinen Theater in Kampala, der Hauptstadt von Uganda, hatte am Freitag ein Stück über das Leben einen schwulen Mannes Premiere – und das, ohne von der offen schwulenfeindlichen Regierung des Landes besonders behindert worden zu sein.

In „The River And The Mountain“ geht es um einen 29-jährigen Geschäftsmann, den seine Mutter verzweifelt verheiratet sehen will. Sie bezahlt einen christlichen Prediger, der ihn von seiner Homosexualität „heilen“ soll. Als sich dieser weigert, fordert sie ihr Geld zurück und heuert letztendlich einen Wunderheiler an – der aber auch versagt. An seinem Arbeitsplatz sind seine Angestellte so schockiert über die Homosexualität ihres Chefs, dass sie zum Schluss Macheten gegen ihn schwingen und Blut fließt…

Das offizielle Uganda ist gegen das Stück

„Das könnte auch dein Bruder, Nachbar oder Cousin sein“, sagt David Cecil, einer der Produzenten des Stückes. Für das britische Team, das dieses Stück produziert, ist Kampala die erste Station, sie wollen es auch in anderen afrikanischen Ländern aufführen. Sie wollen damit der Bevölkerung Vorurteile gegeüber Lesben und Schwulen nehmen. Vor der Premiere in Uganda hatten sie allerdings trotzdem Angst, die Polizei würde das Theater stürmen.

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Beamte haben sich klar gegen das Stück ausgesprochen und verhindert, dass es am Nationaltheater von Kampala aufgeführt wird. Cecil wurde sogar daran gehindert, dort Plakate aufzuhängen, weil die Aufführung nicht von der Regierung genehmigt wurde.

Das Stück handle von einem „sensiblen Thema“, bestätigt auch Edwin Mukalazi vom Nationaltheater – denn es würde nicht die Kunst und Kultur Ugandas fördern. Das Stück stehe „nicht für unseren Auftrag“, erklärt er. Es könne aber trotzdem eines Tages am Nationaltheater aufgeführt werden, wenn es von der Zensurbehörde freigegeben würde.

Für Aktivisten „revolutionär“

Für Pepe Julian Onziema, einen der bekanntesten Lesben- und Schwulenaktivisten Ugandas, ist die Aufführung des Stückes „revolutionär“: „Ich glaube , es ist an der Zeit, dass wir unsere Scheuklappen entfernen von Dingen, die in unserer Mitte passieren“. Er glaubt, dass „The River And The Mountain“ Aufklärungsarbeit leisten kann.

Denn Homosexualität ist in Uganda noch immer illegal. Im Jahr 2009 wurde ein Gesetzesvorschlag eingebracht, der schwulen Sex unter Umständen sogar mit dem Tod bestrafen soll. Es gibt auch immer wieder Berichte von Polizeigewalt, Zeitungen hetzen gegen Lesben und Schwule. Letztes Jahr wurde der bekannteste Schwulenaktivist Ugandas, David Kato, ermordet.