Ultrakonservativer Bischof betrunken am Steuer erwischt

Da hat Hochwürden wohl etwas zu stark am Messwein genippt: In der Nacht auf Samstag ist in San Diego der designierte Erzbischof von San Francisco, Salvatore Cordileone, von Beamten aufgehalten und wegen Trunkenheit am Steuer vorübergehend festgenommen worden. Cordileone gilt als einer der schärfsten Kämpfer für „Proposition 8“, das umstrittene Eheverbot für Schwule und Lesben in der kalifornischen Verfassung.

Ein Sprecher der Polizei bestätigte, dass Cordileone gegen halb ein Uhr früh in der Nähe des Universitätscampus aufgehalten wurde. Zwei Stunden später wurde er ins Bezirksgefängnis von San Diego eingeliefert und dort zu Mittag gegen eine Kaution von 2.500 Dollar wieder freigelassen. Am 9. Oktober muss er sich in dieser Angelegenheit einem weltlichen Gericht stellen.

Nur wenige Tage zuvor, am 4. Oktober, soll Cordileone als Erzbischof von San Francisco eingeführt werden – es ist der Ehrentag des Stadtpatrons, des heiligen Franz von Assisi.

Kirchenrechtsexperten bezweifeln, dass der Vorfall eine Auswirkung auf Cordileones Karriere hätte – der Erzbischof von San Francisco ist nur dem Papst Rechenschaft schuldig: „Wenn etwas wäre, würde es von Rom aus geregelt, wahrscheinlich von der Bischofskongregation. Je nachdem, um welchen Verbrechen es sich handelt, könne es direkt zum Papst gehen“, erklärt Kirchenrechts-Experte Michael Ritty der „Huffington Post“.

Der 56-jährige Cordileone war zuvor Bischof in Oakland, zuvor war er Weihbischof in San Diego. In dieser Funktion war er einer der größten Scharfmacher für „Proposition 8“ – jene Volksabstimmung, die Schwulen und Lesben in Kalifornien die Öffnung der Ehe wieder wegnahm. Persönlich hat er die Ehe-Gegner mit mindestens 6.000 Dollar unterstützt.

Weiters ist Cordileone seit letztem Jahr Vorsitzender einer Unterkommission der US-Bischofskonferenz, die sich mit der „Verteidigung der Ehe“ beschäftigt.