Frau durch Blutkonserve mit HIV angesteckt

In Wien wurde eine Spitalspatientin durch eine Blutkonserve mit HIV infiziert. Das gab das Österreichische Rote Kreuz als Lieferant der Konserve heute bekannt. Zu Spender und Patient wurden keine Details bekannt. Da es sich um die einige Konserve des Spenders handelte, können weitere Fälle ausgeschlossen werden.

Und auch, wenn keine Details über den Spender bekannt werden: Für schwule Männer, die darum kämpfen, Blut spenden zu dürfen, ist diese Horror-Nachricht ein Rückschritt. Denn um genau solche Fälle zu verhindern, sind schwule Männer in Österreich lebenslang von der Blutspende ausgeschlossen.

Der Spender dürfte erst kurz vor der Blutspende mit dem HI-Virus angesteckt worden sein. Es gibt bei diesem Virus ein diagnostisches Fenster von einigen Tagen nach der Infektion, in denen das Virus im Blut noch nicht nachweisbar ist. Dieses Restrisiko beträgt nach Angaben des Roten Kreuzes 1 zu 2,5 Millionen. Etwa 3,4 Prozent der Bevölkerung spendet Blut. Blut durchläuft nach der Spende mehr als 15 Tests, die im Blutsicherheitsgesetz festgeschrieben sind.

„Wir sind tief betroffen, dass es zu dieser Übertragung gekommen ist und unser Mitgefühl gilt der betroffenen Person und ihren Angehörigen“, erklärt der Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, Werner Kerschbaum, in einer ersten Stellungnahme. Man sei sofort mit den betroffenen Personen und ihren Angehörigen in Kontakt getreten und habe medizinische und psychosoziale Unterstützung angeboten, so der Rotkreuz-General weiter.

Für das Rote Kreuz ist das diagnostische Fenster, das in diesem Fall zu der HI-Infektion führte, ein Grund, schwule Männer lebenslang von der Blutspende auszuschließen. Die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion wäre so höher, befürchtet das Rote Kreuz. Gegner dieser Richtlinie betonen, dass es keine Risikogruppen, sondern lediglich Risikoverhalten gebe.