[Video] Erste Lesben- und Schwulenparade in Kiew hat erfolgreich stattgefunden

Trotz eines Verbots ist am Samstag die erste Lesben- und Schwulenparade der Ukraine in Kiew größtenteils friedlich verlaufen. Zahlreiche europäische Politiker marschierten mit. Die Polizei verhaftete zahlreiche Gegendemonstranten.

Hundert Aktivisten marschierten: „Historischer Tag“

Rund hundert Aktivisten sind unbehelligt und von der Polizei geschützt etwa zwanzig Minuten lang mit Regenbogenflaggen und Transparenten durch die Straßen von Kiew marschiert. „Dies kann als ein historischer Tag betrachtet werden“, freut sich Mitorganisatorin Elena Semjonowa.

Sicherheitshalber haben die Organisatoren den Demonstranten zu bequemer Kleidung und flachen Schuhen geraten, um leichter vor möglichen Angreifern flüchten zu können. Als Zugeständnis an die Behörden wurde die Demonstration vom Stadtzentrum nach außen verlegt. Ein Gericht hatte die Parade zuvor untersagt, weil am gleichen Tag ein traditionelles Stadtfest im Zentrum von Kiew stattfindet.

Unterstützung aus mehreren europäischen Staaten

Unter den Demonstranten waren auch zahlreiche Aktivisten aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark und Norwegen. Unter den Teilnehmern war auch die Europaparlamentarierin Marije Cornelissen von den niederländischen Grünen.

Auch aus Kiews Partnerstadt München war eine Delegation in die Ukraine gereist, um die erste Lesben- und Schwulenparade der Stadt zu unterstützen. Angeführt wurde die Gruppe von dem dritten Bürgermeister der Stadt München, Josef Monatzeder. Er sei „überrascht“ über die massive Polizeipräsenz, sagte der Grünen-Politiker in einem Fernsehbericht.

Gegendemonstranten verhaftet

Massive Polizeipräsenz schützte die Teilnehmer vor den etwa fünfhundert Gegendemonstranten, die unter anderem von orthodoxen Priestern aufgehetzt wurden. Zwei von ihnen konnten die Polizeiabsperrungen durchbrechen. Sie und etwa zehn weitere Gegendemonstranten wurden festgenommen.