Arsène Wenger: ‚Vielleicht outet sich nie ein Premier-League-Profi‘

Gibt es bald einen offen schwulen Fußballer in der britischen Premier League? Kult-Coach Arsène Wenger von Arsenal ist kritisch.

„Wegen des Interesses der Medien wird sich vielleicht niemand outen“, sagt er im vereinseigenen „Arsenal Magazine“. „Man muss jetzt bedenken, in einer Gesellschaft, in der es die Ehe für Lesben und Schwule gibt – warum sollen sich Leute nicht outen? Für mich ist das kein Problem, weil es wichtig ist, wie sich ein Spieler verhält, wie sehr er Fußball liebt und wie sehr er seine Partner respektiert. Darum geht’s in dem Spiel.“

Wenger spricht auch über das ideale Szenario, wie sich schwule Profifußballer seiner Meinung nach outen sollten: „Es wäre gut, wenn sich vier, fünf, sechs Leute outen und danach spricht keiner mehr darüber, weil jeder glaubt, das sind Menschen, die ihr Leben so leben wie sie es wollen.“

Dass sich der ehemalige deutsche Nationalspieler Thomas Hitzelsperger erst nach seiner Karriere geoutet hat, kann Arsène Wenger verstehen: „Er konnte sich nicht während seiner Karriere outen – was heißt, dass wir noch immer Fortschritte in unserem Spiel machen müssen, weil er nicht bis zum Ende warten hätte sollen. Aber am Besten wäre gewesen, er hätte sich überhaupt nicht outen müssen, weil es wie alles andere gesehen werden sollte“, spricht der Arsenal-Trainer klare Worte.