Laun: „40 Prozent der Homosexuellen könnten hetero werden“

Salzburger Weihbischof betont im Interview die "Veränderbarkeit einer Neigung"

Andreas Laun
Josef Kuss/Bischofskonferenz

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin profil bestätigt der Salzburger Weihbischof Andreas Laun erneut seine Ansicht, dass Homosexualität heilbar wäre. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Laun pseudowissenschaftlich zu dem Thema äußert.

Homosexualität ist für Laun eine „veränderbare Neigung“

Auf die Frage, ob Homosexualität für Laun eine heilbare Krankheit sei, betont der Geistliche zunächst, er spreche von der „Veränderbarkeit einer Neigung“ – was zwar netter klingt, aber das Gleiche meint. Es gebe „Beispiele von Menschen, die viele Jahre lang homosexuell gelebt haben und danach gesagt haben: Es ist mir gelungen, auszusteigen, und ich bin sehr glücklich darüber“, so Laun.

Solche „Aussteiger“ gebe es jede Menge, ist der Salzburger Weihbischof überzeugt: „Ich habe mit einem holländischen Arzt gesprochen, der sich sehr viel mit diesem Thema beschäftigt. Er schätzt, dass 40 Prozent der Betroffenen eine solche Veränderung erfahren könnten, wenn sie das wollen und wenn sie mittun“, erklärt der streitbare Geistliche weiter.

Damit macht Andreas Laun die Linie der konservativen Katholiken deutlich: Homosexualität ist heilbar, wenn man nur wirklich will. Das wird zwar harmloser formuliert, führt aber trotzdem besonders Jugendliche streng religiöser Familien in die Hände obskurer „Homo-Heiler“, deren Tätigkeit von allen seriösen Psychologen abgelehnt wird.

Andreas Laun warnt immer wieder vor der „Homosexualisierung der Gesellschaft“

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 1995 war die Warnung vor der „Homosexualisierung der Gesellschaft“ immer einer der Schwerpunkte im Wirken von Andreas Laun. So hat er 2001 in dem Buch „Homosexualität aus katholischer Sicht“ angebliche Untersuchungen zitiert, nach denen Lesben und Schwule aufgrund ihres Lebensstils eine 20 bis 30 Jahre niedrigere Lebenserwartung hätten. 2009 setzte er „homosexuelle Ideologen“ mit Islamisten gleich, da beide keine „Konversion“ dulden würden.

Warum sich Laun so sehr mit dem Thema Homosexualität beschäftigt? Auch dafür hat er im aktuellen „profil“ eine Antwort. Er gehe ihm „völlig emotionslos um die Fakten“: Dabei gebe es Veränderungen „in beide Richtungen. Es gibt ja auch Familienväter, die plötzlich meinen, homosexuell zu sein, und dann so zu leben beginnen, und es gibt auch Männer, die eine Frau werden wollen. Warum akzeptiert die Gesellschaft ‚Änderungen‘ nur in dieser Richtung, in der anderen aber nicht?“, so der Theologe.