‚Stonewall‘ startet vermutlich nicht in Österreich

Der Film „Stonewall“, in dem Roland Emmerich die Geburtsstunde der modernen Schwulenbewegung erzählt, wird voraussichtlich nicht in Österreich starten. Das hat die Verleihfirma Warner Bros. nun bestätigt.

Entweder startet der Film in Österreich gar nicht, oder als „Geheimstart“ ohne PR-Budget. Das entscheide sich „ganz kurzfristig“, heißt es bei Warner. „Wahrscheinlicher ist in dieser Situation, dass der Film nicht kommt“, schätzt Gino Brenner, Chefredakteurin des Kinomagazins „Skip“ die Situation ein.

In Deutschland ist der Film am Donnerstag gestartet, dort macht Warner auch in Szenenmedien jede Menge Werbung. Doch anders als im Heimatland des Regisseurs scheint sich das in Österreich nicht auszuzahlen. Deshalb ist der Verleih wohl auch jetzt, nach dem Start in Deutschland, noch unentschlossen.

Dabei ist gerade in Wien einer der internationalen Hotspots, wenn es um queres Kino geht: Das „identities“-Festival, das im Juni stattfindet, ist eine der hochkarätigsten Veranstaltungen ihrer Art. Und Im Schikaneder- und Top-Kino findet derzeit „Transition“ statt, ein europaweit einmaliges Filmfestival, das sich als Schnittstelle querem, migrantischen und interkulturellem Filmschaffen sieht.

Dass Warner auf einen Filmstart in Österreich verzichtet, liegt wohl auch daran, dass der Film in den USA nicht gerade ein Kassenschlager war. Zu viel weiße Hauptdarsteller, zu wenig Lesben und Transgender-Figuren – das war die Hauptkritik an dem Film.

In „Stonewall“ nimmt sich der offen schwule Hollywood-Regisseur Roland Emmerich der Geschichte des Stonewall-Aufstandes in der New Yorker Christopher Street an, die 1969 als Geburtsstunde der modernen Schwulenbewegung gilt. Dazu begleitet er den fiktiven Hauptdarsteller Danny Winters, gespielt von Jeremy Irvine – einen jungen Burschen, den es von der Provinz weg von seinem homophoben Vater nach New York zieht, wo er dann eher zufällig zu einer der Hauptfiguren des Aufstandes wird.

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