Mittwoch, 17. April 2024
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Keszler bei ‚Dancing Stars‘: ‚Krone‘ legt nach

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Scharf geschossen hat „Kronen Zeitung“-Kolumnist Michael Jeannée am Sonntag gegen Gery Keszler, den Vater des Life Ball. Er hat mit homophoben Untertönen angedeutet, dass Keszler nur deshalb den Ball für nächstes Jahr abgesagt habe, um an der ORF-Show „Dancing Stars“ teilzunehmen. Nun druckte die „Krone“ Kesslers Antwort auf Jeannée ab – nicht, ohne darunter gleich nachzulegen.

Die mächtigste Waffe der „Krone“ ist der Leserbrief: Was die Journalisten nicht schreiben können, wird in der Rubrik „Das freie Wort“ veröffentlicht. Da wird schon einmal ein Steinwurf auf Grünen-Politikerin Ulrike Lunacek gutgeheißen oder gegen Minderheiten gehetzt.

Nun hat sich Kolumnist Michael Jeannée dieses Mittels bedient. In der heutigen Ausgabe der „Kronen Zeitung“ gibt er Gery Keszler Raum, auf dessen Kolumne vom Sonntag zu antworten. Dort hat Jeannée unter anderem geschrieben, durch die Teilnahme bei „Dancing Stars“ würde man „die wahren Motive für Ihre Absage des Life Balls kennen“.

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Keszler bezeichnet Jeannée-Kolumne als „total absurd“

Das sei „total absurd“ erklärt Keszler heute in einem Leserbrief an Jeannée: „Die meisten Leute haben mittlerweile verstanden, dass eine jährlich sich so vergrößernde Verantwortung, wie der Life Ball sie darstellt, nach 24 Jahren einige Adaptierungen notwendig macht. Was aber keine Pause für mich und mein Team bedeutet, sondern noch mehr Arbeit und – Lernen“, gibt die Zeitung der Antwort ihren Raum.

Doch es wäre wohl nicht die „Kronen Zeitung“, wenn auf diesen Brief nicht die nächste Breitseite auf Gery Keszler folgen würde. So beschwert sich ein Friedrich Schiller aus Wien über Keszlers Ball-Absage. Ob es sich wirklich um den Ehemann von Society-Lady Jeannine Schiller oder nur eine Namengleichheit handelt, ist unklar.

Dieser schreibt, es gehöre „ein gehöriges Maß an Chuzpe dazu, den Life Ball auf Eis zu legen, dem liberalen und weltoffenen Wien sein bedeutendstes Prestige-Event vorzuenthalten, der Wiener Wirtschaft ein saftiges Zusatzgeschäft zu verderben und vor allem seinen ihm ach so am Herzen liegenden AIDS-Patienten einen Ballerlös von etwa 2,3 Millionen Euro zu vermasseln, um bei „Dancing Stars“ selbst eine fette Gage einzusacken“. Dass Keszler angekündigt hat, die Erlöse seines Auftritts österreichischen HIV-Projekten zu spenden und für diese auch kleinere Veranstaltungen abzuhalten, ist dem Leserbriefschreiber – und damit nun auch zwei Millionen Lesern der „Krone“ – wohl nicht bekannt.

Dafür schießt er weiter gegen Keszler: „Ein Life-Ball-müder Mann von Anstand hätte sich bei Zeiten nach einem geeigneten Nachfolger umgesehen“, schreibt er dem Vater der Veranstaltung ins Stammbuch: „So hätte Herr Keszler ungeniert tanzen können, bis die Sohlen glühen. Und auch im RTL-Dschungel-Camp hätte sich sicher bald ein einträgliches Plätzchen gefunden“, ätzt Friedrich Schiller.

Aus der einmaligen Kolumne von Michael Jeannée könnte sich damit eine Kampagne der „Kronen Zeitung“ gegen Gery Keszler oder den Life Ball zu entwickeln. Das verwundert, war das Boulevardblatt in den letzten Jahren doch treuer Sponsor der Veranstaltung – was die Leitung des Balls wohl auch die Augen zudrücken hat lassen, wenn die „Krone“ homophoben Meinungen ein Forum geboten hat.

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