Nach Brand: Bauaufsicht schließt Berliner „Steam Works“-Sauna

Betriebserlaubnis stammt aus dem Jahr 1981 - Bezirksamt prüft, ob sie noch gültig ist

Steam Works
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Die Berliner „Steam Works“-Sauna bleibt von Amts wegen geschlossen. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg hat dem traditionsreichen Betrieb in der Kurfürstenstraße eine Nutzungsuntersagung erteilt. Bei einem Brand in der Sauna am 5. Februar kamen drei Menschen ums Leben. Später stellte sich heraus, dass Umbauarbeiten offenbar nicht genehmigt oder abgenommen wurden.

Am Donnerstag wurde die Nutzungsuntersagung ausgesprochen

Die Nutzungsuntersagung sei den Betreibern bei einer Begehung der Bauaufsicht mit Polizei und Feuerwehr am Donnerstag ausgesprochen worden, erklärte der zuständige Baustadtrat von Tempelhof-Schöneberg, Jörn Oltmann von den Grünen. Dass die Sauna baurechtlich illegal betrieben worden ist, hat das Amt schon vorher vermutet.

Denn das Untergeschoß des ehemaligen „Apollo Splash Club“ wurde den Betreibern zufolge letztes Jahr komplett entkernt und neu aufgebaut, bevor der Betrieb als „Steam Works“ wieder geöffnet hatte. Die Betriebserlaubnis dürfte allerdings aus dem Jahr 1981 stammen – seitdem war kein Mitarbeiter des zuständigen Bauamtes mehr in einer offiziellen Funktion in der Berliner Sauna.

Behörde prüft, ob Baugenehmigung für „Steam Works“ noch gilt

Nun wollen die Behörden klären, ob die vor 36 Jahren abgenommene Baugenehmigung noch gelte. Denn anders als beispielsweise Schulen müssen Saunen in Berlin nicht regelmäßig durch das Bauamt kontrolliert werden. „Da handeln wir nur, wenn wir einen Hinweis bekommen. Alles andere wäre auch nicht zu schaffen“, erklärte Oltmann der „Berliner Zeitung“.

Im „Steam Works“ ist am 5. Februar aus noch ungeklärter Ursache ein Brand ausgebrochen. Dabei starben drei Menschen, ein Mann musste mit einer schweren Rauchgasvergiftung ins Spital. Die Behörden gehen derzeit von einem Kurzschluss oder fahrlässiger Brandstiftung aus.