Insolvenzverfahren über Bruno Gmünder Verlag eröffnet

Kann der traditionsreiche Verlag aus Berlin nun nachhaltig saniert werden?

Bruno Gmünder Verlag
Bruno Gmünder Verlag

Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat am Donnerstag das Insolvenzverfahren gegen die Bruno Gmünder GmbH eröffnet. Das berichtet das Online-Portal „queer.de“. Die Geschäfte sollen vorerst weitergeführt und das Unternehmen saniert werden.

Amtsgericht eröffnet Verfahren: „Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung gegeben“

„Nach den Feststellungen des Gerichts sind Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung gegeben“, heißt es im Beschluss, mit dem das Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Den Antrag dazu hatte die Bruno Gmünder GmbH am 15. März selbst gestellt. In einer Stellungnahme sprach Geschäftsführer Michael Taubenheim damals von einer Maßnahme zur Restrukturierung des Verlags.

Das Amtsgericht bestellte den Rechtsanwalt Udo Feser zum Insolvenzverwalter. Bei ihm müssen Gläubiger des Verlags, darunter auch Autoren und Fotografen, ihre Forderungen an die Firma bis zum 23. Juni schriftlich anmelden. Auch müssen Rechnungen der Firma nun an den Insolvenzverwalter überwiesen werden.

Bruno Gmünder Verlag soll erhalten bleiben, hofft die Geschäftsführung

Ziel des Insolvenzverfahrens ist es, „das Unternehmen als Ganzes zu erhalten und mit neuen Investoren auf eine stabile Basis zu stellen“, so Taubenheim im März. Der Bruno Gmünder Verlag war damals gerade dabei, sich neu aufzustellen: Erst im Jahr 2014 war das Unternehmen insolvent, es wurde damals vom Rechtsanwalt übernommen. Der Verlag ist eines der größten internationalen schwulen Medienhäuser und hat etwa 80 feste und zahlreiche freie Mitarbeiter.

Nach dem überraschendem Tod von Alleininhaber Zahn am 8. Februar war allerdings auch der weitere Weg der Sanierung unsicher. Neue Mittel der Bank, mit denen die Insolvenz abgewendet werden hätte können, wurden offenbar nicht bewilligt. Die erforderliche Sanierung und Neustrukturierung des Unternehmens soll nun im Rahmen der Insolvenz erfolgen.

Laufendes Geschäft bleibt vom Insolvenzantrag derzeit unberührt

Das laufende Geschäft bleibt von dem Verfahren vorerst unberührt. Das betrifft neben dem gleichnamigen Buchverlag auch die „Bruno’s“-Geschäfte in mehreren deutschen Städten und den Albino-Verlag.

Bereits vor dem Insolvenz-Antrag hat der Bruno-Gmünder-Verlag nach 30 Jahren die Print-Auflage des „Männer“-Magazins eingestellt. Seitdem erscheint das Magazin nur mehr online. Zu den Klassikern des Bruno Gmünder Verlags gehören neben homoerotischen Bildbänden auch der „Spartacus“-Reiseführer. Der Verlag wurde ursprünglich 1981 von Bruno Gmünder und Christian von Maltzahn gegründet.