Was wusste die Frau von Omar Mateen über den Anschlag auf das „Pulse“?

Die Witwe des Attentäters muss sich nun vor Gericht verantworten

Noor Zahi Salman, Omar Mateen und Sohn
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Am 12. Juni 2016 hat Omar Mateen im „Pulse“, einem Schwulenclub in Orlando, 49 Menschen ermordet, bevor er selbst von den Behörden erschossen wurde. Der Amoklauf des 30-Jährigen, der sich zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt hat, gilt als schlimmster Anschlag auf die LGBT-Community. Nun klärt ein Gericht in Orlando, welche Rolle seine Frau Noor Salman bei dem Anschlag gespielt hat.

Der Vorwurf: Mitwisserschaft und Täuschung der Behörden

Die Bundes-Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die 31-Jährige ihrem Mann bei der Durchführung der Anschläge geholfen hat. „In diesem Prozess geht es darum, was sie Angeklagte gewusst hat“, erklärte der stellvertretende Bundesstaatsanwalt James Mandolfo den Geschworenen in seinem Eröffnungsplädoyer.

Er ist davon überzeugt, dass Mateens Ehefrau eine Mitschuld an dem Massaker in Orlando trägt: „Die eiskalten Taten der Angeklagten gaben Omar Mateen grünes Licht, um diese Verbrechen im Namen des IS zu begehen“, erklärt der Staatsanwalt. Neben Mithilfe an dem Massaker wird ihr auch Falschaussage gegenüber den Bundesbehörden nach der Attacke vorgeworfen.

Omar Mateen soll seine Frau gefragt haben, ob er einen Nachtclub angreifen soll

So verschwieg sie den Behörden, dass Omar Mateen sie einige Tage vor dem Anschlag gefragt hat: „Wie schlimm wäre es, wenn ein Nachtclub angegriffen wird?“, ein anderes Mal wollte er wissen, was die Menschen mehr empören würde: Ein Angriff auf einen Nachtclub oder einer auf Walt Disney World.

Sie habe bereits im Frühjahr 2016 gewusst, dass ihr Ehemann Waffen und Muntion gehortet habe und Ziele ausspioniert. Sie habe gewusst, dass ihr Mann sie auf seinen Konten als Zeichnungsberechtigte eingesetzt habe und ihr Schmuck, Kleidung und Handtaschen im Wert von mehreren zehntausend Dollar gekauft habe. „In den elf Tagen vor dem Terroranschlag haben sie gemeinsam 30.000 Dollar ausgegeben“ – fast das gesamte Jahresgehalt des späteren Attentäters, wie Mandolfo erklärte.

„Niemand wusste Bescheid – außer dem Attentäter und seiner Frau“

Die Staatsanwaltschaft werde beweisen, dass Noor Salman die Ermittlungen rund um den Anschlag im „Pulse“ wissentlich verzögerte: „Das nennt man Behinderung der Justiz“, erklärte Mandolfo des Geschworenen. Man müsse deshalb nicht beweisen, dass sie eine Extremistin sei oder mit ihrem Ehemann gemeinsam gehandelt habe.

Denn sie wäre die einzige gewesen, die den Anschlag verhindern hätte können; „Um 2.02 Uhr früh ist Omar Mateen ruhig ins Pulse gegangen und hat systematisch 49 Menschen getötet und 53 verletzt. Niemand wusste, dass dieses schreckliches Ereignis passieren wird. Niemand – außer zwei Menschen“ – dem Attentäter und seiner Frau, erinnerte er die Geschworenen.

Im Fall einer Verurteilung droht Noor Salman eine lebenslange Haftstrafe.