Mittwoch, 17. April 2024
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[Exklusiv] LGBT-Flüchtlinge: Kickl sieht keinen zusätzlichen Schulungsbedarf

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Wenn es um den Umgang mit sexuellen Minderheiten geht, kam das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) in den letzten Monaten mehrmals in die Kritik: Einem Beamten in Wiener Neustadt war ein Asylwerber nicht schwul genug, sein Kollege in Graz bemängelte das zu schwule Verhalten eines anderen Asylwerbers.

Die Grüne Bundesrätin Ewa Dziedzic wollte deshalb von Innenminister Herbert Kickl wissen, wie die Beamten des BFA im Umgang mit Flüchtlingen, die Teil einer sexuellen Minderheit sind, geschult werden. Und das Ergebnis zeigt: Es gibt noch viel Luft nach oben. Als erstes Medium hat GGG.at exklusiv Einblick in diese Anfragebeantwortung erhalten.

Der Umgang mit LGBT-Flüchtlingen „fließt in die Schulungen mit ein“

Kickl betont in seiner sechsseitigen Antwort, dass die Entscheider des BFA  „im Rahmen von zentralen und dezentralen laufenden Schulungen“ darin geschult werden, wie mit LGBTIQ-Personen umgegangen werden soll. Dazu bekommen sie auch spezielle „Einvernahmeschulungen“. Die Schulungsteilnehmer „erlernen so den  Umgang mit unterschiedlichen Einvernahmesituationen, wobei auch das Themengebiet LGBTIQ mit einfließt“, heißt es recht allgemein aus dem Innenministerium.

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Schulungen zu besonders gefährdeten Gruppen – wie es beispielsweise sexuelle Minderheiten sind – werden dabei auch in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) geplant. Dieses Jahr soll es auch „zwei gesonderte Schulungen im Bereich LGBTIQ“ geben, die nicht verpflichtend sind.

Gesonderte Schulungen über die Nöte sexueller Minderheiten sind selten

Das heißt, dass Beamte, die über den Asylstatus sexueller Minderheiten entscheiden, unter Umständen nur oberflächliches Wissen über die spezifischen Probleme von LGBTIQ-Personen haben. Ein Punkt, den Dziedzic scharf kritisiert.

„Dass das Thema LGTBI im Rahmen der Grundausbildung thematisiert und zwar nur insofern als dass es den Asylgrund aufgrund Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe gibt, reicht nicht, spezielle Schulungen wo es um den sensiblen Umgang geht sind freiwillig und werden somit sowieso nur von bereits interessieren besucht. Viele der Betroffenen tun sich aufgrund der Erfahrungen im Herkunftsland schwer überhaupt darüber zu reden“, so die Grüne Bundesrätin gegenüber GGG.at.

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