Berlin: Radfahrer von Sicherheitskräften homophob beschimpft

Die Sicherheitskräfte stießen den 54-Jährigen vom Fahrrad

Polizei
Symbolbild - Fotolia

In Berlin soll ein Radfahrer am Donnerstagabend im Großen Tiergarten schwulenfeindlich beleidigt worden sein. Das berichtet die Polizei in einer Pressemitteilung.

Vom Sicherheitsdienst im Großen Tiergarten angesprochen und beleidigt

Der 54-Jährige war mit seinem Fahrrad gegen 17.00 Uhr unterwegs, als er von zwei Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes, der sich um den Park kümmert, angesprochen und homophob beleidigt worden sein soll.

Da die Männer dem Radfahrer ihre Namen nicht nennen wollten, riss der 54-Jährige einem der beiden das Namensschild von der Jacke. Daraufhin stießen die Sicherheitskräfte den Mann vom Rad, weshalb er stürzte.

Der Radfahrer alarmierte die Polizei, doch die beiden Sicherheitskräfte flüchteten vor dem Eintreffen der Beamten. Der 54-Jährige wollte sich nach Angaben der Polizei selbst in ärztliche Behandlung begeben.

Berlin informiert offensiv über Hassverbrechen gegen LGBT

Wie bei allen möglichen Hassverbrechen üblich, hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die weiteren Ermittlungen übernommen. Die Berliner Exekutive macht diese Verbrechen gezielt öffentlich.

Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass in der deutschen Hauptstadt mehr Angriffe gegen LGBT-Personen passieren als in vergleichbaren Städten. Trotzdem werden deutschlandweit mehr Hassverbrechen gegen geschlechtliche und sexuelle Minderheiten angezeigt.

Zahl der Angriffe auf LGBT ist in den letzten Jahren gestiegen

Wie die Bundesregierung vor wenigen Tagen in der Antwort auf einen Kleine Anfrage der Abgeordneten Doris Achelwilm von der Linken bekanntgegeben hat, ist die Zahl der bundesweit gemeldeten Straftaten gegen LGBTI-Personen innerhalb eines Jahres um 46 Prozent angestiegen.

Wer in der deutschen Hauptstadt Opfer von Hasskriminalität wird, kann auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30/4664 979 444 erreichbar. Auch in anderen deutschen Städten gibt es entsprechende Ansprechpersonen.