Betrunkener beschimpft Männer schwulenfeindlich und bewirft sie mit Steinen

In der S-Bahn-Station sprang er ins Gleisbett, um von dort mit Steinen zu werfen

Polizei
Symbolbild - Fotolia

Im Berliner Stadtteil Schöneberg soll ein 41-jähriger Mann zwei Männer am Donnerstag zunächst schwulenfeindlich beleidigt und dann mit Steinen beworfen haben. Er war stark betrunken, so die Berliner Polizei in eine Aussendung.

Der Vorfall ereignete sich am Vormittag an der S-Bahn-Station Julius-Leber-Brücke: Der Tatverdächtige soll die beiden 33-Jährigen zunächst beleidigt haben. Dann sprang er ins Gleisbett und warf von dort mit Steinen nach den beiden Männern. Der 41-Jährige verfehlte sie allerdings, sie blieben unverletzt.

Ein erster Alkoholtest ergab mehr als zwei Promille.

Ein erster Alkoholtest bei dem Mann ergab einen Wert von mehr als zwei Promille. Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen kam der mutmaßliche Angreifer wieder auf freien Fuß.

Wie bei allen möglichen Hassverbrechen ermittelt nun der polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin, in diesem Fall wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und der Beleidigung.

Zahl der LGBTI-feindlichen Übergriffe in Berlin ist wieder angestiegen

Die Zahl der gemeldeten homo- und transsexuellenfeindlichen Übergriffe in Berlin steigt weiter an. So hat das Anti-Gewalt-Projekt Maneo im letzten Jahr 559 Fälle erfasst, das ist fast ein Drittel mehr als im Jahr zuvor.

Die meisten Übergriffe gegen sexuelle Minderheiten gibt es dabei ausgerechnet in Schöneberg – jenem Viertel, in dem sich auch der Regenbogenkiez befindet. Hier hat Maneo 94 Fälle gezählt, um 29 mehr als im Jahr zuvor.

Weitere Hotspots LGBT-feindlicher Gewalt in Berlin sind Neukölln, von wo dem Anti-Gewalt-Projekt 65 Fälle gemeldet wurden, ein Plus von 15 Fällen, und Berlin-Mitte mit 62 Fällen, um 28 mehr als im Jahr zuvor.

Berlin hat eigene Ansprechstellen für LGBTI-Opfer

Bei Maneo können LGBTI-feindliche Straftaten aus Berlin über die Webseite oder täglich von 17 bis 19 Uhr über das Überfalltelefon unter der Nummer +49/(0)30/216 33 36 gemeldet werden.

Außerdem können Opfer von Hasskriminalität auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30/4664 979 444 erreichbar.