Zu Putins Geburtstag: Pussy Riot hissen Regenbogenflaggen in Moskau

Ein Journalist wurde bei der Aktion festgenommen

Regenbogenflaggen auf Moskauer Gebäuden
Pussy Riot/Facebook

In Moskau haben Aktivistinnen und Aktivisten der russischen Punkgruppe Pussy Riot am Mittwoch anlässlich des 68. Geburtstags von Präsident Wladimir Putin auf mehreren Verwaltungsgebäuden Regenbogenflaggen aufgehängt. Mit der Aktion wollten sie auf die prekäre Lage der queeren Community in Russland aufmerksam machen.

Regenbogenfahnen als „Symbol für fehlende Liebe und Freiheit“

„Wir haben die Regenbogenflaggen als Geschenk für Putin gewählt als Symbol für fehlende Liebe und Freiheit“, so Pussy Riot auf Facebook. Zu den Gebäuden gehörten unter anderem das Kulturministerium, das Oberste Gericht, der Inlandsgeheimdienst FSB und die Präsidialverwaltung im Zentrum Moskaus.

Pussy Riot kritisieren, dass sich der Staat in das Leben sexueller Minderheiten einmische. Die Punkgruppe forderte die Regierung und Putin persönlich auf, Menschen per Gesetz vor Diskriminierungen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und ihrer Geschlechtsidentität zu schützen.

Mit der Aktion sind konkrete politische Forderungen verbunden

Auch das international umstrittene Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ solle abgeschafft werden, fordert die Gruppe. Weiters sollen die Entführungen, Folter und Morde von sexuellen Minderheiten in der russischen Teilrepublik Tschetschenien aufgeklärt werden, fordert Pussy Riot. 

Ganz ohne Folgen blieb die Aktion nicht: So wurde in der Nähe des FSB der Journalist Artyom Radygin festgenommen, der die Aktion für den von den USA finanzierte Sendergruppe Radio Liberty/Radio Free Europe filmen wollte. 

Der Staat schränkt die Rechte sexueller Minderheiten immer weiter ein

Homosexualität ist in Russland zwar nicht strafbar, allerdings wird sie in dem Land weitgehend tabuisiert – auch wegen des großen Einflusses der russisch-orthodoxen Kirche. Außerdem steht die Regierung in dem Ruf, mit ihrer Politik Hass gegen sexuelle Minderheiten zu schüren.

So wurde vor kurzem in einer umstrittenen Verfassungsänderung die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau verankert. Derzeit wird ein Gesetzesentwurf diskutiert, der trans Personen die Ehe verbieten soll und – wie schon in Ungarn – für offizielle Dokumente das „Geschlecht bei Geburt“ erfassen soll.

Die kremlkritische Punkband Pussy Riot sorgt mit ihren Aktionen immer wieder international für Aufsehen. Im Jahr 2012 wurden drei Mitglieder nach einer Protestaktion in der Moskauer Erlöser-Kathedrale zu einer Haftstrafe verurteilt.