Home Familie Ehe und Partnerschaft Papst-Zitat zu Eingetragenen Partnerschaften: „Großer Meilenstein“

Papst-Zitat zu Eingetragenen Partnerschaften: „Großer Meilenstein“

Die Botschaft des Papstes ging wohl auch in homo-feindliche Länder

Symbolbild: Schwules Ehepaar
Symbolbild - Fotolia

Zu Diskussionen in Kirche und Politik führte die Forderung von Papst Franziskus, schwulen und lesbischen Paaren mit der Einführung Eingetragener Partnerschaften eine rechtliche Absicherung zu ermöglichen. In Österreich oder Deutschland sind die meisten Stellungnahmen positiv – in Italien eher abwartend.

Österreichs Familienbischof sieht sich in seiner Haltung bestätigt

In Österreich unterstützt Familienbischof Herman Glettler diese Forderung. „Diese notwendige und begrüßenswerte Forderung ist in Österreich längst umgesetzt, aber bei weitem noch nicht in allen Ländern weltweit“, so der Innsbrucker Bischof gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress.

Die römisch-katholische Kirche in Österreich pflege seit vielen Jahren einen „bewusst wertschätzenden Umgang“ mit Lesben und Schwulen, so der Bischof weiter. In einigen Diözesen gebe es spezielle Initiativen und Arbeitskreise, „um Vorurteile abzubauen, spirituelle Heimat zu ermöglichen und mit und für diese Zielgruppe auch als Kirche präsent zu sein“.

SPÖ-Menschenrechtssprecher Troch: „Großer Meilenstein“

Auch der offen schwule SPÖ-Menschenrechtssprecher Harald Troch zeigt sich über die Aussagen von Franziskus erfreut. „Es ist ein großer Meilenstein, wenn der Papst das Recht auf Familie von homosexuellen Paaren anerkennt. Dies ist ein wichtiger Schritt zur grundrechtlichen Gleichstellung von homosexuellen Menschen. Für den gesellschaftlichen Diskurs ist dieses Umdenken der katholischen Kirche von großer Bedeutung und entspricht dem christlichen Prinzip der Nächstenliebe“, so der Abgeordnete.

In Italien versucht die römisch-katholische Kirche, die Wichtigkeit der Papst-Aussagen herunterzuspielen. Avvenire, die Zeitung der italienischen Bischofskonferenz, betonte, dass die Franziskus‘ Zitat dem Katechismus folge, der die Diskriminierung Homosexueller untersage. Auch kämen die Aussagen des Papstes nicht überraschend und passten zu anderen Zitaten des Heiligen Vaters aus den letzten Jahren.

Die Botschaft des Papstes soll vor allem Afrika, Polen und die USA erreichen

Für Theo Dierkes von der Religionsredaktion des Westdeutschen Rundfunks haben die Aussagen des Papstes einen nicht zu unterschätzenden Subtext. Sie seien eine „wichtige Botschaft, weil katholische Kreise in den USA, in Polen und fast ganz Afrika entschieden gegen die Anerkennung von homosexuellen Partnerschaften vorgehen“.

Allerdings: Auch, wenn der Papst gleichgeschlechtliche Partnerschaften schützen möchte, gleichgeschlechtlicher Sex bleibt nach römisch-katholischer Lehre eine Sünde. „Das ist lebensfremd“, kritisiert Henny Engels vom Lesben- und Schwulenverband Deutschlands (LSVD). „Er kann nicht davon ausgehen, dass die Menschen in einer Josephsehe leben.“

In einem Dokumentarfilm, der am Mittwoch in Rom der Öffentlichkeit präsentiert wurde, sagte Papst Franziskus: „Homosexuelle haben das Recht, in einer Familie zu leben. Sie sind Kinder Gottes und haben das Recht auf eine Familie“. Betroffene sollten rechtlich abgesichert sein, „Was wir benötigen, ist ein Gesetz, das eine zivile Partnerschaft ermöglicht“, so der Heilige Vater. Eine Öffnung der Ehe lehnt er aber nach wie vor ab.