Wegen Regenbogen-Shirt: Rüge für Sebastian Vettel

Deutscher Pilot als stolzer Verbündeter der Community: "Ich würde es wieder machen"

Sebastian Vettel
Twitter

Bereits vor dem Großen Preis von Ungarn hat Formel-1-Fahrer Sebastian Vettel – genauso wie sein Kollege Lewis Hamilton – das „Anti-LGBT-Gesetz“ des Landes und das dafür geplante Referendum deutlich kritisiert. Rund um das Rennen machte Vettel seine Position noch einmal deutlich – und könnte dafür jetzt bestraft werden.

Auch eine Strafe für den Formel-1-Fahrer stand im Raum

Denn während unmittelbar vor dem Rennen die ungarische Hymne gespielt wurde, trug Vettel ein Regenbogen-T-Shirt mit der Aufschrift „Same Love“. „Ich soll vielleicht eine Strafe bekommen wegen des T-Shirts“, sagte er nach dem Rennen dem Bezahlsender Sky: „Sie können mit mir machen, was sie wollen, das kümmert mich nicht. Ich würde es wieder machen.“

Letztendlich bekam Sebastian Vettel wegen des T-Shirts nur eine offizielle Rüge: Der Deutsche sei einer Anweisung des verantwortlichen Rennleiters, das Shirt vor der Hymne auszuziehen, nicht gefolgt, so die offizielle Begründung des verantwortlichen Automobilverbandes FIA. 

Denn eigentlich dürfen die Fahrer zur Hymne nur im Rennanzug erscheinen. Drei weitere Fahrer, die während der Zeremonie ein T-Shirt mit der Aufschrift „We race as one“ getragen hatten, wurden ebenfalls gerügt. Alle vier hatten der Rennleitung zu Protokoll gegeben, dass sie die Anweisung vergessen hatten, weil es begonnen hatte zu regnen. Für die Fahrer haben die Rügen keine Konsequenzen.

Vettel auch mit Regenbogen-Maske, Helm und Sneakers in Ungarn

„Es ist ein kleines Zeichen der Unterstützung“, so Vettel nach dem Rennen. Und es war nicht das einzige: So trug Vettel auf dem Hungaroring auch Schuhe, Helm und Maske mit Regenbogenfarben. Vor dem Rennen hatte er über das homophobe Gesetz, das in Ungarn beschlossen wurde, gesagt, er fände es „peinlich für ein Land, das in der EU ist, solche Gesetze zu haben oder darüber abzustimmen“.

Glück brachte die Regenbogenadjustierung dem 34-Jährigen aber keines: Da die Kontrollore der FIA nach dem Ende des Rennens nur mehr 0,3 Liter Resttreibstoff aus dem Tank pumpen konnte, wurde Vettel nachträglich vom zweiten Platz disqualifiziert. Vorgeschrieben sind mindestens ein Liter. Vettels Team Aston Martin hat gegen diese Entscheidung Protest eingelegt.