FP-Kickl bezeichnet Ehe-Öffnung als ersten Schritt für Vielehe

"Warum keine Kommune"

Herbert Kickl
ORF/Roman Zach-Kiesling

Beim “Sommergespräch” des ORF hat FPÖ-Chef Herbert Kickl gestern abend die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare erneut kritisiert – und mit der Einführung der Polygamie gleichgesetzt.  

Ehe-Öffnung für Kickl „im Bereich des Privaten“

Er glaube, dass “das im Bereich des Privaten liegen sollte und das eben keine Angelegenheit ist, wo sich der Staat besonders einmischen sollte”, begann Kickl seine Antwort auf eine entsprechende Frage von Moderatorin Lou Lorenz-Dittlbacher. “Sie werden nie von mir gehört haben, dass ich diese Form der gleichgeschlechtlichen Beziehung in irgendeiner Art herabwürdige oder mich dagegen ausspreche”, fügte Kickl rasch hinzu – eine eher subjektive Sichtweise. So bezeichnete er die Öffnung als “Angriff auf die Institution Ehe”. 

Auch als Innenminister hat Kickl gleichgeschlechtlichen Paaren nach der Öffnung durch den Verfassungsgerichtshof (VfGH) das Leben schwer gemacht. So hat er verfügt, dass gleichgeschlechtliche Ehen, die vor 2019 im Ausland geschlossen wurden, nicht als solche anerkannt werden. Eine weitere Weisung Kickls hat – gegen die Vorgaben des VfGH – festgelegt, dass schwule und lesbische Paare dann nicht heiraten können, wenn einer der Ehepartner aus einem Land kommt, das die Ehe noch nicht geöffnet hat. 

„Wenn nur die Liebe zwischen zwei Menschen ausschlaggebend ist, warum endet es dann bei zwei Personen?“

Und auch beim gestrigen “Sommergespräch” teilt Kickl weiter gegen die Öffnung der Ehe aus – und vergleicht sie mit der Vielehe: “Wenn sie sagen, es ist nur die Liebe zwischen zwei Menschen, die ausschlaggebend ist, gleich welches Geschlecht, da haben sie schon recht, aber warum endet es dann bei zwei Personen? Warum nicht drei? Vier, fünf? Warum keine Kommune?” 

Sein Ansatz in dieser Frage sei “naturrechtlich geprägt”, erläutert Kickl: “Der Unterschied Mann und Frau, das sind zwei, die sozusagen in dieser Zweiheit die Vollkommenheit, nämlich beide Möglichkeiten, zum Ausdruck bringen”, so der FPÖ-Chef: “Das ist auch der Grund, warum in diversen Konventionen immer von beiden Eltern die Rede ist, und nicht von drei, vier oder fünf. Beide, das ist sozusagen das zwei, das einmal aus Frau und einmal aus Mann besteht.”