[Update] Mindestens 36 LGBTI-Sportler bei Olympia, davon zwei Österreicherinnen

Sportler:innen in neun Disziplinen, Kanada stellt das größte queere Team

Sujetbild: Beijing 2022
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In Peking wurden heute, Freitag, die Olympischen Winterspiele eröffnet. Was dem chinesischen Regime vielleicht nicht so gefällt: Mit mindestens 36 geouteten LGBTI-Athlet:innen ist die Zahl nicht-heterosexueller Sportler:innen so groß wie noch bei keinen Winterspielen zuvor. Das berichtet das Portal Outsports, die Zahl zusammen mit dem LGBTI-Historiker Tony Scupham-Bilton recherchiert hat.

Erfolgreichste queere Sportlerin ist auch dieses Mal wieder Ireen Wüst

Erfolgreichste queere Sportlerin ist dabei wohl die niederländische Eisschnellläuferin Ireen Wüst. Sie ist mit bisher elf Medaillen eine der erfolgreichsten Olympionikinnen. Auch wenn sie mit einer Teamkameradin verlobt ist, hält sie sich mit Wortmeldungen zu LGBTI-Themen zurück. Anders der Ski-Frestyler Gus Kenworthy, dessen dritte Spiele wohl auch seine letzten sein werden. Dieses Jahr tritt er nicht mehr für die USA, sondern für Großbritannien, das Geburtsland seiner Mutter, an.

Eine besondere Konstellation gibt es auch beim Skeleton: Hier tritt ein Paar gegeneinander an. Die Belgierin Kim Meylemans und die Brasilianierin Nicole Silveira sind zusammen. Derzeit müssen sie die Zeit aber getrennt voneinander im Olympischen Dorf verbringen: Nach einem positiven Corona-Test ist Meylemans in Quarantäne, kann aber antreten.

Am meisten queere Teilnehmerinnen gibt es beim Eishockey

Die queeren Olympia-Athlet:innen treten in insgesamt neun verschiedenen Sportarten an. Am meisten queere Sportlerinnen gibt es beim Eishockey mit zwölf – alle in Frauenteams. Auf Platz zwei dieser Rangliste liegt Eiskunstlauf mit zehn Sportler:innen: Acht Männer, mit Timothy LeDuc die erste nicht-binäre Person bei Olympia und Amber Glenn, die erste pansexuelle Sportlerin, die derzeit allerdings nur auf einem Ersatzticket nach Peking gefahren ist.

Besonders im Eiskunstlauf zeigt sich, welches Selbstbewusstsein LGBTI-Sportler:innen in den letzten Jahren entwickelt haben: So gab es 2014 noch keine:n einzige:n geoutete:n Eiskunstläufer:in – heute sind es zehn. Die ersten vier männlichen geouteten Sportler gab es erst bei den letzten Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang – in Peking sind es bereits elf, fast ein Drittel aller queeren Athlet:innen.

Österreich hat mit Daniela Iraschko-Strolz und Lara Wolf zwei queere Sportlerinnen

Am meisten queere Sportler:innen im Olympiateam hat Kanada mit 10, gefolgt von den USA mit sechs, Großbritannien mit vier und Schweden mit drei. Österreich hat mit der Skispringerin Daniela Iraschko-Stolz und der Freestylerin Lara Wolf queere Teilnehmerin im Olympiateam. Und diese Zahl kann noch steigen: Denn wie auch schon bei den letzten Olympischen Spielen wird bei einigen Athlet:innen ihre offene sexuelle Orientierung erst während der Spiele publik.

Biathlon

Megan Bankes (Kanada)

Curling

Bruce Mouat (Großbritannien)

Eishockey

Brianne Jenner (Kanada)

Erin Ambrose (Kanada)

Ebba Berglund (Schweden)

Alex Carpenter (USA)

Emily Clark (Kanada)

Mélodie Daoust (Kanada)

Anna Kjellbin (Schweden)

Aneta Lédlová (Tschechien)

Jamie Lee Rattray (Kanada)

Jill Saulnier (Kanada)

Ronja Savolainen (Finnland)

Micah Zandee-Hart (Kanada)

Eiskunstlauf

Filippo Ambrosini (Italien)

Kévin Aymoz (Frankreich)

Jason Brown (USA)

Guillaume Cizeron (Frankreich)

Lewis Gibson (Großbritannien)

Amber Glenn (USA, Ersatz) 

Timothy LeDuc (USA) 

Paul Poirier (Kanada)

Simon Proulx Sénécal (Armenien)

Eric Radford (Kanada)

Eisschnelllauf

Brittany Bowe (USA)

Ireen Wüst (Niederlande)

Skeleton

Andrew Blaser (USA)

Kim Meylemans (Belgien)

Nicole Silveira (Brasilien)

Skifahren

Gus Kenworthy (Großbritannien)

Makayla Gerken Schofield (Großbritannien) 

Sandra Näslund (Schweden)

Lara Wolf (Österreich)

Skispringen

Daniela Iraschko-Stolz (Österreich)

Snowboarding

Belle Brockhoff (Australien)

Šárka Pančochová (Tschechien)

Hinweis: Diese Liste wird bei Bedarf während der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking ergänzt
08.02.: Liste um Lara Wolf ergänzt