Dienstag, 27. Februar 2024
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Affenpocken durch Darklands-Festival: Belgien führt Quarantäne ein

Bis jetzt vier nachgewiesene Fälle in Belgien

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Belgien führt als erstes Land die Selbstisolation für Affenpocken-Infizierte ein: Wer positiv getestet wurde, muss 21 Tage in Selbstisolation. Wie der flämische Rundfunk VRT berichtet, gibt es in Belgien derzeit vier nachgewiesene Fälle. Diese Zahl könnte aber noch deutlich ansteigen. Als einer der ersten Schwerpunkte für eine Infektion wurde das größte schwule Fetisch-Festival Europas identifiziert.

Alle bisherigen Affenpocken-Fälle in Belgien waren auf dem Festival

So informierten die Organisator:innen des Darklands-Festivals, das Anfang Mai in Antwerpen stattgefunden hat, die Besucher darüber, dass die Behörden Affenpocken-Infektionen in Belgien mit dem Festival in Verbindung gebracht hätten. Es gebe „die berechtigte Annahme“, dass das Virus am Festival von Besuchern aus dem Ausland übertragen wurde, heißt es weiter.

Nach VRT-Informationen sind alle vier in Belgien derzeit bekannten Infektionen mit dem Affenpocken-Virus auf das Darklands-Festival zurückzuführen.

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Veranstalter reagieren vorbildlich und informieren alle bekannten Besucher

Die Darklands-Veranstalter:innen fordern alle Besucher auf, in den nächsten Wochen ihren Gesundheitszustand zu beobachten und bei verdächtigen Hautveränderungen sofort ein Krankenhaus aufzusuchen. Das Darklands-Festival bietet eigenen Angaben zufolge „verschiedene Gruppen der schwulen Fetisch-Community“ eine Heimat und hat mehrere tausend Besucher.

Unterdessen gibt es auch den ersten Affenpocken-Verdacht in Lateinamerika: Wie das argentinische Gesundheitsministerium meldet, gibt es in der Hauptstadt Buenos Aires einen Verdachtsfall. Insgesamt gibt es zur Zeit mehr als 130 bestätigte Fälle und Verdachtsfälle weltweit, mit stark steigender Tendenz.

Impfung gegen Menschenpocken sollte auch bei Affenpocken helfen

Das deutsche Gesundheitsministerium betont, dass eine Impfung gegen Menschenpocken auch in hohem Maß vor einer Ansteckung oder einem schweren Verlauf mit Affenpocken schützt. Diese war in der BRD bis 1975 für Einjährige Pflicht, in Österreich bis 1981 und in der DDR bis 1982.

Die Affenpocken werden vor allem durch engen Hautkontakt übertragen. Das Virus verursacht meistens nur milde Symptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und nach einigen Tagen den typischen Hautausschlag. Affenpocken können aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen, in Einzelfällen sind auch tödliche Erkrankungen möglich.

Das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) schätzt das Risiko, dass durch die Affenpocken die Gesundheit der breiten Bevölkerung gefährdet werde, nach derzeitigen Erkenntnissen für gering ein.