Freitag, 23. Februar 2024
HomeNewsGesundheitGroßbritannien: Erste Medikamenten-Tests gegen Affenpocken

Großbritannien: Erste Medikamenten-Tests gegen Affenpocken

Meistgelesen

Neu auf GGG.at

In Großbritannien haben erste klinische Studien begonnen, bei denen Affenpocken-Patienten mit Tecovirimat behandelt werden, um ihre Heilung zu beschleunigen. Die Forscher:innen hoffen, dass so die für die Krankheit typischen Bläschen und Wunden auf der Haut schneller abheilen.  

Die ansteckenden Bläschen könnten mit dem Medikament schneller abheilen

Das berichtet der britische Guardian . Die Wissenschaftler:innen hoffen, dass sich etwa 500 Affenpocken-Patient:innen für die Studie zur Verfügung stellen. Sie bekommen entweder Tecovirimat oder ein Placebo, das sie zwei Wochen lang zweimal pro Tag einnehmen müssen. Um den Effekt des Medikaments zu erforschen, müssen die Patient:innen auch Abstriche machen und 28 Tage lang einen Online-Fragebogen ausfüllen. Erste Ergebnisse werden gegen Weihnachten erwartet. 

“Bei einem Notfall im Bereich der öffentlichen Gesundheit geht es nicht darum, herumzurennen und Tabletten zu verteilen, von denen sie glauben, dass sie funktionieren könnten, weil sie scheinbar etwas bewirken”, erklärt Sir Martin Landray, Studienleiter von der Universität Oxford, die Gründe für die Studie: “Es geht darum, so schnell wie möglich herauszufinden, was tatsächlich funktioniert, und dann auf die Ergebnisse zu reagieren, die man sieht.” 

- Werbung -

Die Studie soll zeigen, dass britische Wissenschaftler:innen Affenpocken ernst nehmen

Dem pflichtet auch Lucy Chappell bei. Die Professorin ist leitende wissenschaftliche Beraterin des britischen Gesundheitsministeriums: “Es ist entscheidend, dass wir in die Entwicklung, Verbesserung und Bewertung von Behandlungen für diese Krankheit investieren”, erklärt sie die Anstrengungen der britischen Politik im Kampf gegen das Affenpocken-Virus. 

Affenpocken: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Tecovirimat ist ein auch in Österreich erhältliches Arzneimittel zur Behandlung von Pocken, Affenpocken und Kuhpocken. Bereits jetzt wird es für Affenpocken-Patienten verwendet, die wegen ernster Komplikationen im Krankenhaus behandelt werden müssen.  

Trotzdem ist die Datenlage für die Wirksamkeit gegen  Affenpocken bis jetzt eher dürftig. Auch hier soll die Studie bessere belastbare Zahlen liefern. “Wir haben diese Studie in Auftrag gegeben, um zu zeigen, wie ernsthaft die Gesundheitsforschungs-Community gemeinsam dieses Thema angeht”, erklärt Lucy Chappell,