Dienstag, 28. Mai 2024
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Kampf gegen HIV: Experten fordern Gratis-PrEP in Österreich

Die Aids Hilfe Wien (AHW), die Österreichische Aids-Gesellschaft und die HOSI Wien fordern einen kostenfreien Zugang zur HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP). „Wirksame HIV-Prävention darf keine Frage des Geldbörsels sein“, betont Andrea Brunner, Geschäftsführerin der AHW.

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Im letzten Jahr wurden in Österreich 473 HIV-Neudiagnosen gestellt. „Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen. Nur das Kondom allein hat es nicht geschafft, die HIV-Pandemie zu beenden“, so Alexander Zoufaly, Präsident der Österreichischen Aids-Gesellschaft, auf einer Pressekonferenz mit der AHW und der HOSI Wien.

Eine Tablette gegen HIV – um 59 Euro pro Monat

Ein zusätzliches Werkzeug im Kampf gegen HIV ist die Präexpositionsprophylaxe (PrEP). Dabei verhindert eine Tablette pro Tag vor einer Ansteckung mit HIV. Sie wirkt dann genauso zuverlässig wie ein Kondom. In Österreich kosten diese jedoch mindestens 59 Euro pro Packung, zuzüglich der dafür nötigen Untersuchungen bei einem spezialisierten Arzt oder einer spezialisierten Ärztin.

„Damit ist dieses wirkungsvolle präventive Medikament für viele besonders vulnerable Gruppen nicht oder schwer leistbar“, kritisiert Andrea Brunner, Geschäftsführerin der AHW. „Es ist höchste Zeit, dass Österreich internationalen Beispielen folgt und die HIV-PrEP als Leistung der öffentlichen Gesundheitsversorgung zugänglich macht“, fügt Zoufaly hinzu.

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Die PrEP muss kostenlos und niederschwellig verfügbar sein

Deshalb fordern die drei Organisationen einen kostenfreien und niederschwelligen Zugang zur PrEP. Dieser wird für bestimmte Personengruppen auch in einer aktuellen Studie des Gesundheitsministeriums empfohlen.

Zu den Ländern, in denen es die kostenfreie PrEP bereits gibt, zählen unter anderem Deutschland, Spanien, aber auch die Ukraine. Dort folge man bereits der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Implementierung der HIV-PrEP: „Österreich hinkt hier dagegen hinterher“, kritisiert Ann-Sophie Otte, Obfrau der HOSI Wien.

Für das Gesundheitssystem ist die Gratis-PrEP langfristig günstiger

„Es wurde auch gezeigt, dass ein kostenfreier Zugang zur PrEP langfristig kostensparender für das Gesundheitssystem ist“, betont Zoufaly. Denn in Österreich wird die Dunkelziffer der HIV-Infizierten auf zwischen 8.000 und 9.000 Personen geschätzt – eine spät erkannte Infektion ist schwieriger zu behandeln und verringert die Lebensqualität der Betroffenen.

Um mehr Öffentlichkeit für die kostenfreie PrEP zu schaffen, starten die drei Organisationen auch eine gemeinsame Info-Kampagne. Ab sofort werden jeden Tag Videos von Betroffenen, Vertreter:innen von Organisationen und Expert:innen aus der Medizin präsentiert. Zusätzlich gibt es „Do-it-yourself“-Videos, Social-Media-Videos und Flyer.