Montag, 24. Juni 2024
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Jeden Tag mindestens ein Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten in Österreich

Jeden Tag gibt es in Österreich mindestens ein Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung der Opfer. Das geht aus einem Bericht des Innenministeriums hervor. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein.

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Insgesamt haben sich in Österreich im letzten Jahr 5.865 Hate Crimes ereignet – ein Anstieg um rund sieben Prozent. Das geht aus dem aktuellen Bericht zu Hate Cremes hervor, den das Innenministerium am Samstag veröffentlicht hat. Die meisten vorurteilsmotivierten Straftaten wurden erwartungsgemäß in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich begangen.

Am häufigsten sind Verstöße gegen das Verbotsgesetz

Die mit Abstand meisten Straftaten – nämlich 2.466 – geschehen aufgrund der Weltanschauung. Das betrifft etwa Verstöße gegen das Verbotsgesetz. Aufgrund der Herkunft gab es im letzten Jahr 1.968 Hassverbrechen. Die Religion war Grund für 630 vorurteilsmotivierte Straftaten, die Hautfarbe für 373. Dann folgt die sexuelle Orientierung als Grund, mit ebenfalls 373 Fällen. 

Aufgrund des Geschlechts – das betrifft auch diverse und nicht-binäre Menschen – wurden 350 Straftaten erfasst. Bei einer Straftat können auch mehrere Motive erfasst werden. Das heißt, letztes Jahr gab es in Österreich pro Tag mindestens ein registriertes Hassverbrechen gegen Angehörige sexueller Minderheiten. Die Dunkelziffer dürfte erheblich höher sein.

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122 Taten gegen Leib und Leben aufgrund der sexuellen Orientierung

Gegen Leib und Leben gab es im letzten Jahr 122 Verbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung und 30 gegenüber nicht-binären Personen. Bei strafbaren Handlungen gegen die Freiheit betrafen 69 Fälle die sexuelle Orientierung und elf nicht-binäre Personen. Es wurden 19 strafbare Handlungen aufgrund der Ehre wegen der sexuellen Orientierung und eines gegen nicht-binäre Personen registriert. 17 Fälle von Hasskriminalität gegen die Community betrafen strafrechtliche Nebengesetze.

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Bei strafbaren Handlungen gegen das persönliche Vermögen das Motiv 97 Mal die sexuelle Orientierung, zwölfmal waren nicht-binäre Personen die Zielscheibe. 34 Mal wurden Straftaten gegen die sexuelle. Integrität aufgrund der sexuellen Orientierung des Opfers begangen. Gegen den öffentlichen Frieden wurden 13 Straftaten aufgrund der sexuellen Orientierung verzeichnet.

Die Täter sind oft jung, männlich und bei Taten aufgrund der sexuellen Orientierung keine Österreicher

Die Aufklärungsquote betrug bei Hassverbrechen 68,3 Prozent und damit überdurchschnittlich hoch. Daher weiß man: Oft sind die Verdächtigen Jugendliche oder strafunmündig. Die meisten Tatverdächtigen sind männlich, jugendlich und österreichische Staatsbürger – vor allem bei Verstößen gegen das Verbotsgesetz. 

Bei anderen Tatmotiven, wie beispielsweise Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung, war der Anteil ausländischer Tatverdächtiger erhöht. Yannick Shetty, LGBTI-Sprecher der NEOS, fordert deshalb für diese Gruppen spezielle Präventionskonzepte.