Freitag, 19. Juli 2024
HomeNewsChronikDüsseldorf: Hakenkreuz- und Kot-Attacken auf Aidshilfe

Düsseldorf: Hakenkreuz- und Kot-Attacken auf Aidshilfe

Queere Institutionen werden immer öfter zur Zielscheibe von Hassverbrechen: In Düsseldorf wurde die Aidshilfe innerhalb von zwei Wochen zwei Mal zum Opfer queerfeindlicher Angriffe.

Meistgelesen

Neu auf GGG.at

Wie die Aidshilfe Düsseldorf berichtet, wurde ihre Geschäftsstelle in der Johannes-Weyer-Straße in den letzten zwei Wochen gleich zwei Mal zur Zielscheibe queerfeindlicher Gewalt. Demnach kam es in der Nacht zum 18. Juli und am 2. August zu Angriffen, die „vermutlich rechtsextrem bzw. queer­feindlich motiviert waren“, so die Organisation.

Beim ersten Angriff wurden die Glasscheiben mit Nazi-Symbolen zerkratzt

Beim ersten Angriff in der Nacht zum 18. Juli seien Glasscheiben am Hauseingang mit Nazi-Symbolen zerkratzt worden, darunter auch mit einem Hakenkreuz. Im Umfeld des Bürokomplexes, in dem sich die Geschäftsstelle befindet, wurden außerdem mehrere Autos und eine Eingangstüre mit Nazi-Symbolen verinstaltet.

Es werde befürchtet, dass das Haus im Fokus rechtsradikaler Gruppen stehe, da sich außer der Aidshilfe Düsseldorf auch noch andere Beratungsstellen und eine Sprachschule befinden. Die Hausverwaltung hat die Sachbeschädigungen bei der Polizei angezeigt. Wie in sämtlichen Fällen mutmaßlicher Hasskriminalität wurde der Staatsschutz des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen eingeschaltet.

- Werbung -

Beim zweiten Angriff wurde es unapettitlich

Beim zweiten Anschlag wurde der Aidshilfe Düsseldorf anonym ein Paket mit Kot zugeschickt. „Wir behalten uns vor, den Inhalt im Labor auf Erreger untersuchen zu lassen und gegebenenfalls Anzeige wegen Körperverletzung zu erstatten“, so Geschäftsführer Michael Intrau. Auch Informationen zu diesem Vorfall würden an den Staatsschutz weitergegeben werden.

„Ist es ein Zeichen dieser Zeit, dass Menschen, die sich für vulnerable Gruppen einsetzen, angepöbelt und angegriffen werden?“, fragt sich Gabriele Bischoff, Vorstandsmitglied der Aidshilfe Düsseldorf. Das dürfe nicht sein: „Wir stehen ein für Akzeptanz und Sympathie gegenüber allen Menschen und besonders für Menschen in besonderen Situationen, in denen sie Hilfe und Unterstützung brauchen“, betont sie.

Die Aidshilfe Düsseldorf ruft Opfer queerfeindlicher Gewalt auf, die Vorgänge öffentlich zu machen und sich so dagegen zu wehren. „Gemeinsam setzen wir uns für Vielfalt ein und treten Queer- und Fremdenfeindlichkeit entgegen!“, so Bischoff.