Freitag, 1. März 2024
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Kanada warnt LGBTI-Community vor Reisen in die USA

Kanada warnt queere Staatsbürger:innen, die eine Reise in die USA planen. Ähnliche Warnungen gibt es normalerweise für Staaten wie Russland, Uganda oder die Vereinigten Arabischen Emirate.

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LGBTI-feindliche Proteste in den USA nehmen stark zu: Ihre Anzahl hat sich im Vergleich zu 2017 verdreißigfacht. Zusätzlich werden die Rechte sexueller Minderheiten in einigen Bundesstaaten deutlich beschnitten.

Warnung für einige Bundesstaaten: „Überprüfen Sie die staatlichen und lokalen Gesetze“

Deshalb warnt Global Affairs Canada, das kanadische Außenministerium, seit gestern, Dienstag, queere kanadische Staatsbürger:innen: „Einige Bundesstaaten haben Gesetze und Richtlinien erlassen, die 2SLGBTQI+ Personen betreffen können. Überprüfen Sie die entsprechenden staatlichen und lokalen Gesetze“, heißt es auf der Seite mit den Reisewarnungen für die USA. Spezifischer wird die Reisewarnung nicht.

Der Begriff 2SLGBTQI+ wird in Kanada häufig für Menschen verwendet, die sich selbst als „two-spirit“, lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, queer, fragend oder intersexuell betrachten.

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Die Warnung vor dem Nachbarland ist ein außergewöhnlicher Schritt

Dass Kanada Angehörige sexueller Minderheiten vor Reisen in das Nachbarland warnt, ist ein außergewöhnlicher Schritt. Bis jetzt gab es solche Warnungen für Länder wie Uganda, wo die Todesstrafe droht, Russland oder Ägypten, wo der Geheimdienst mit Grindr Jagd auf schwule Männer macht.

Die stellvertretende Premierministerin Chrystia Freeland verteidigt die Maßnahme. Sie erklärte gegenüber Journalist:innen, dass die Regierung Expert:innen beschäftige, „die sich die Welt genau ansehen und beobachten, ob es besondere Gefahren für bestimmte Gruppen von Kanadiern gibt“. Auf die Frage, ob es vor der Änderung Gespräche mit den USA gegeben hatte, gab sie keine Antwort.

Anti-Trans-Gesetze sind ein Grund für die Warnung

Gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender CBC verweist ein Sprecher von Global Affairs Canada auf die Gesetze einiger Bundesstaaten, die sich vor allem gegen trans Menschen richten: „Seit Anfang 2023 haben einige US-Bundesstaaten Gesetze erlassen, die Drag-Shows verbieten und der Transgender-Gemeinschaft den Zugang zu geschlechtsangleichender Pflege und die Teilnahme an Sportveranstaltungen verwehren.“ 

So wurden etwa im US-Bundesstaat Tennessee im März Drag-Shows vor Kindern verboten und die medizinische Behandlung von trans Jugendlichen eingeschränkt. Zwei Monate später verbot Ron DeSantis, Gouverneur von Florida, unter anderem medizinische Behandlungen für trans Kinder – nur drei von hunderten Vorschriften, mit denen konservative Bundesstaaten ihren LGBTI-Bürger:innen das Leben schwer machen will.

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