Mittwoch, 21. Februar 2024
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„Grob fahrlässig“: FPÖ macht gegen queeres Jugendzentrum mobil

Im nächsten Jahr eröffnet in Wien das erste queere Jugendzentrum Österreichs - die FPÖ macht schon jetzt Stimmung dagegen.

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Noch wird in der Fröbelgasse in Wien-Ottakring fleißig gewerkt – soll dort doch schon bald auf 350 Quadratmetern das erste queere Jugendzentrum Österreichs entstehen. Es soll interessierten Jugendlichen von 13 bis 27 Jahren zur Verfügung stehen wird vom Verein Q.WIR betrieben und soll Sichtbarkeit nach außen und einen geschützten Raum nach innen bieten.

Ein „Safe Space für Jugendliche“ ist der FPÖ ein Dorn im Auge

„Wir schaffen einen Safe Space für Jugendliche, für die die sexuelle Orientierung und/oder Geschlechtsidentität ein Thema ist, das hier ganz ergebnisoffen besprochen oder einfach ausprobiert werden kann“, erklärte Wolfgang Wilhelm, Leiter der Wiener Antidiskriminierungsstelle für LGBTIQ-Angelegenheiten (WASt), im August.

Doch das scheint der FPÖ nicht zu gefallen. In einer Presseaussendung schießt Maximilian Krauss, Klubobmann der Wiener Freiheitlichen im Rathaus, scharf gegen das neue Jugendzentrum. Werde Jugendlichen in der Pubertät „von Trans-Personen vielleicht noch eingeredet, sie können sich ihr Geschlecht aussuchen, wie ihnen gerade der Sinn steht“ sei das „ein grob fahrlässiges Verhalten“, so der 30-Jährige.

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Anti-Trans-Propaganda gegen queeres Jugendzentrum

Diese würden Jugendlichen im queeren Jugendzentrum „schnell zur Einnahme von Pubertäts- und Hormonblockern (…) raten“, befriedigt Krauss die Ängste einer schrillen Minderheit – obwohl das rechtlich in Österreich nicht so einfach ist, wie es der FPÖ-Berufspolitiker in seiner Aussendung glaubhaft machen will.

Denn für nicht-umkehrbare Hormonbehandlungen bei Minderjährigen sind nach den Empfehlungen des Gesundheitsministeriums eine Psychotherapie und eine umfassende medizinische Diagnose sowie „eine urologisch-gynäkologische Untersuchung und ein Risikoscreening hinsichtlich möglicher Kontraindikationen“ erforderlich.

So einfach, wie die FPÖ glaubt, sind Trans-Behandlungen nicht

Dafür benötigt es außerdem die Zustimmung der Eltern, in der Regel werden diese Hormone in Österreich auch erst ab dem 16. Lebensjahr gegeben. Maßnahmen, die vollständig umkehrbar sind, wie etwa pubertätsbremsende Therapien, sind auch etwas früher möglich – auch hier nur mit enger medizinischer Begleitung.

Doch davon lässt sich die FPÖ nicht beirren. „Es kann nicht sein, dass Steuergeld in Millionenhöhe für einen gender-ideologisierten Irrsinn verwendet wird, um eine Gruppe, die im Promillebereich angesiedelt ist, zu befriedigen“, empört sich Krauss, dem als Klubobmann selbst – ohne Spesen – mehr als 180.000 Euro Steuergeld im Jahr zusteht.