Färöer-Inseln öffnen Ehe für homosexuelle Paare

Im Jahr 1990 haben die Färöer-Inseln Östererich bei der Qualifikation für die Fußball-Europameisterschaft mit 1:0 geschlagen. Nun hat uns die kleine Inselgruppe zwischen den Britischen Inseln, Norwegen und Island auch bei der Ehe-Öffnung überholt.

Das Løgting, das Parlament der Inselgruppe, hat am Freitag die Öffnung der Ehe in dritter Lesung mit 19 zu 14 Stimmen beschlossen. Damit können homosexuelle Paare in allen Staaten Nordeuropas heiraten, sobald das Gesetz die offizielle Zustimmung der dänischen Krone bekommt. Es sieht eine völlige Gleichstellung im Eherecht vor, inklusive der gemeinsamen Adoption.

Knackpunkt für eine Ehe-Öffnung war in der Vergangenheit die Rolle der Kirche bei gleichgeschlechtlichen Trauungen: In Dänemark können schwule und lesbische Paare nicht nur am Standesamt, sondern auch bei der evangelischen Volkskirche heiraten. Weigert sich ein Priester, die Trauung durchzuführen, muss er für Ersatz sorgen. Auf diese Regelung hat sich schlussendlich auch das Parlament der Färöer-Inseln geeinigt.

Auf den 17 bewohnten Inseln der Gruppe wohnen etwa 49.000 Menschen. Das Land ist Teil der dänischen Krone und wird, mit Ausnahme der Außen- und Verteidigungspolitik, autonom regiert. Homosexualität wurde gemeinsam mit Dänemark im Jahr 1933 legalisiert. Das unterschiedliche Schutzalter für gleichgeschlechtlichen Sex wurde 1988 abgeschafft, elf Jahre später als in Dänemark.

Eingetragene Partnerschaften wurden nie eingeführt. Seit 2006 gibt es auf den Färöer-Inseln ein Antidiskriminierungsgesetz, das auch Lesben und Schwule schützt. Die Bevölkerung der Inseln hat sich bereits 2013 bei einer Umfrage mit großer Mehrheit für eine Gleichstellung im Eherecht ausgesprochen.