Russischer Botschafter warnt Song-Contest-Fans

"Sie sollen die soziale Ordnung respektieren", wenn Russland am Samstag gewinnt

Moskau

Der russische Song-Contest-Teilnehmer Sergey Lazarew gilt als einer der Favoriten für den diesjährigen Sieg. Er selbst versucht, Bedenken schwuler Fans, die wegen der Verfolgung sexueller Minderheiten keinen Song Contest in Russland wollen, kleinzureden. Doch der russische Botschafter in Schweden erklärt, was man sich in Moskau genau unter „Schwulenfreundlichkeit“ vorstellt.

„Sie können unbehindert nach Russland kommen“

In einem Interview mit dem schwedischen Fernsehen SVT erklärt Viktor Tatarintsew zunächst: „Ich kann allen Homosexuellen im Westen und in Schweden nur erzählen und raten, dass sie unbehindert und frei nach Russland kommen können und sehen, dass alles komplett friedlich ist.“

Doch trotzdem solle man mit Hinblick auf das Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ auf einige Dinge aufpassen: „Man sollte sich aber in der Öffentlichkeit eher nicht küssen. Das Gesetz sagt, dass man [Homosexualität] nicht offen zeigen darf. Sie sollten die soziale Ordnung respektieren.“, so der Botschafter weiter.

Das letzte Mal wurde „Zurschaustellung von Homosexualität“ nicht geduldet

Einige Fans werden sich noch an den letzten Song Contest in Russland erinnern, der im Jahr 2009 stattgefunden hat: Der damals amtierende Bürgermeister Juri Luschkow warnte schwule ESC-Fans auf einer Pressekonferenz: „Die Stadt erlaubt keine Gay-Paraden“, machte er damals klar: Die „Zurschaustellung von Homosexualität“ werde auf „den Straßen, Plätzen, bei Märschen und Demonstrationen“ nicht geduldet, machte Luschkow klar.

Und an dieser Einstellung dürfte sich wenig geändert haben: Der diesjährige Teilnehmer Israels beim Eurovision Song Contest, Hovi Star, wurde am Flughafen in Moskau an der Einreise gehindert, weil er den Grenzbeamten offensichtlich zu schwul war.