US-Forscher konnten HIV aus menschlicher Zelle „schneiden“

"Gen-Schere" gibt neue Hoffnung auf Heilung

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Ist Wissenschaftlern in den USA ein neuer Durchbruch im Kampf gegen HIV gelungen? Den Forschern der Lewis Katz School of Medicine an der Temple University in Philadelphia soll es gelungen sein, im Laborversuch den HI-Virus aus der DNA einer menschlichen T-Zelle mit dem CRISPR/Cas9-Verfahren herauszuschneiden.

Bearbeitete Zellen bleiben gegen HIV immun

Besonders bemerkenswert: Die Zellen, aus denen HIV herausgeschnitten wurde, sind gegen eine neuerliche Infektion immun. Damit haben es die Wissenschaftler zum ersten Mal geschafft, eine erneute Ansteckung zu verhindern. Das System der Forscher sei in der Lage „Zellen vor einer Neuinfektion zu schützen“, und die Technologie sei „sicher für die Zellen, ohne giftige Nebenwirkungen“, so Kamel Khalili, der wissenschaftliche Leiter der Forschungsgruppe.

Die Erkenntnisse der Forscher aus Philadelphia seien in mehrerer Hinsicht bedeutend, erklärt Khalili: „Sie demonstrieren, wie effektiv das Bearbeiten von Genen ist, wenn es um die Entfernung von HIV aus der DNA von CD4 T-Zellen geht, und, indem wir Mutationen in das virale Genom schleusen, machen wir dessen Vermehrung permanent inaktiv.“

Für HIV-Patienten gesünder als lebenslange Einnahme von Medikamenten

Das könnte vor allem HIV-Infizierten zugutekommen, die heute mit Medikamenten behandelt werden, die vor allem langfristig Nebenwirkungen haben. „Antiretrovirale Medikamente sind sehr gut, um die HIV-Infektion zu kontrollieren. Aber Patienten, die aufhören, die Medikamente zu nehmen, leiden an einem schnellen Anstieg der HIV-Vermehrung“, so Khalili.

Bei den CRISPR/Cas9-Verfahren werden Proteine als passgenaue „Scheren“ für die DANN einer Zelle eingesetzt. Wissenschaftler können ein bestimmtes Gen oder eine Gensequenz auswählen und Elemente ausschneiden oder einfügen. Das Verfahren gilt als revolutionär – vor allem, wenn es um die zukünftige Behandlung genetisch bedingter Krankheiten geht.