Homohassender Pastor als Hasch-Zombie beim Toronto Pride

Schräge Aktionen eines einschlägig bekannten Geistlichen

„Gay Zombies Cannabis Consumers Association“
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Dass einige christliche Fundamentalisten an außerirdische Zombies erinnern, ist nichts Neues. Nun haben sich einige von ihnen in genau diesem Outfit bei der Toronto Pride eingeschlichen, um die dortigen Besucher vor den Übeln der Homosexualität zu warnen – mit teils überraschenden Erkenntnissen.

Bei Prides ist man ja schräge Gruppen gewöhnt. So fielen die sechs Herren in ihren grünen Ganzkörper-Glanzanzügen nicht auf, die sich als „Gay Zombies Cannabis Consumers Association“ bei der Parade in Toronto angemeldet hatten. Doch hinter den Kostümen steckte in Wirklichkeit einer der schärfsten Hetzer gegen Homosexuelle.

Mit „Zombie-Safer-Sex“ ins Gespräch kommen

Denn in den grünen Outfits steckten der kanadische Freikirchen-Pastor Bill Whatcott und seine Anhänger. Als angemeldete Gruppe bekämen sie leichter Kontakt zu Teilnehmern und Zuschauern, um sie vor den Gräuel der Homosexualität zu warnen, war dabei ihre Logik. Doch so ganz ging dieser Plan nicht auf.

„Ich habe sie gefragt, ob sie ‚Zombie-Safer-Sex‘ wollen. Jeder war begeistert. Aber, wenn man versucht, ihnen ein Infoblatt mit dem Evangelium zu geben, beschimpfen sie einen und werfen einem eiskalte Getränke an die Stirn“, erklärt Whatcott dem kanadischen Evangelikalen-Portal „LifeSiteNews“ empört.

Wirre Botschaften in Form einer Kondomverpackung

Doch der clevere Pastor hat auch dafür eine Lösung gefunden: „Aber, wen man ihnen was Komisches gibt, das wie ein Kondom aussieht, können sie es kaum schnell genug kriegen. Ich habe in 20 Minuten 3000 Stück verteilt!“, berichtet Bill Whatcott, der sich selbst als „wiedergeborener Christ“ bezeichnet.

Doch mit dem Inhalt dürfte er sich bei der Toronto Pride trotzdem nicht viele Freunde gemacht haben: „Das Naturgesetz ist klar, Homosexualität ist inkompatibel mit der menschlichen Natur. Krankheit, Tod und Verwirrung sind die traurigen und erbärmlichen Wahrheiten des homosexuellen Lebensstils“, heißt es beispielsweise.

Pastor Whatcott mag es offenbar gern explizit

Garniert war die Broschüre mit verstörenden Bildern – zum Beispiel von einem Analprolaps, bei dem die Schleimhaut aus dem Anus gestülpt ist, und einem Bild eines Mannes, der angeblich an Aids gestorben ist. „Unser Weg war etwas kreativ, aber wir wollten den Menschen diese Botschaft überbringen, weil sie die Wahrheit ist“, sagte Whatcott zu der Aktion.

Unter den Besuchern der Toronto Pride dürfte sie allerdings nicht den erwarteten Zuspruch oder die erhoffte Empörung ausgelöst haben – die Öffentlichkeit erfuhr erst davon, als der Pastor die Nachricht selbst verbreitete.

Wegen Verleumdung von Homosexuellen verurteilt

Und es ist nicht das erste Mal, dass er sich eine Lesben- und Schwulenparade als Ort seiner Verkündigung ausgesucht hat: Bereits 2014 hat den Whatcott den Vancouver Pride unterwandert, als er sich als Mitglied der Spaghettimonster-Kirche anmeldete.

Im Jahr zuvor 2013 hat ihn der Oberste Gerichtshof Kanadas wegen Volksverhetzung schuldig gesprochen: Er hatte ein Pamphlet verteilt, in dem Homosexuelle generell mit Kinderschändern gleichgesetzt wurden. Dafür musste er eine Strafe in der Höhe von 7.500 Dollar bezahlen.