Ägypten: Drei Jahre Haft für HIV-Positive

Die Hatz gegen HIV-Positive in Ägypten geht weiter: Ein Gericht in Kairo hat fünf weitere HIV-positive Männer zu je drei Jahren Haft wegen „Ausschweifungen“ verurteilt. Verteidiger Adel Ramadan sagte, die Männer seien nach der Verurteilung geschockt gewesen. „Zwei von ihnen haben geweint, die anderen waren ruhig, man sah aber in ihren Augen die Wut, weil sie so ungerecht behandelt wurden“, so Ramadan.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ wurden die jetzt Verurteilten von den Behörden nur festgenommen, weil sie HIV-positiv sind. In der Haft mussten sie sich einem weiteren HIV-Test unterziehen. Ramadan hat auch erklärt, seine Mandanten seien gefoltert worden, um ihnen „Geständnisse“ zu entlocken. Er will beim obersten ägyptischen Berufungsgericht gegen die Verurteilung vorgehen.

Homosexualität direkt ist in Ägypten nicht strafbar, Schwule werden allerdings verhaftet und verurteilt, weil sie „die öffentliche Ordnung gefährden“, sich der „moralischen Verdorbenheit“ oder „der Verletzung der Lehren der Religion“ schuldig machen. 2001 hat die ägyptische Polizei 52 Männer auf einer Party verhaftet. 23 von ihnen wurden trotz internationaler Proteste zu Haftstrafen und Zwangsarbeit verurteilt.