Erster Schultag für transidente Lehrerin in Wien

Jene transidente Lehrerin, die letzte Woche für Aufregung gesorgt hatte, hat heute ihren ersten Unterrichtstag an der HTL Spengergasse im fünften Wiener Gemeindebezirk.

Die Schule ist darauf bedacht, möglichst wenig Staub aufzuwirbeln: Man bemüht sich um „Business as Usual“, heißt es. Der Name der Lehrerin wurde im Personalregister der Schule bereits von Walter S. auf Andrea S. geändert. Die Kollegen wurden darauf hingewisen, die Lehrerin als Frau anzusprechen. Auch die Schüler werden das versuchen. Gegenüber dem ORF räumt Schulsprecherin Viktoria Nestler allerdings ein, dass es „es am Anfang schon einmal zu Verwechslungen kommen wird“.

Dass die Geschlechtsanpassung von Andrea S. zum großen Thema in den österreichischen Medien wurde, führt Direktor Wolfgang Hickel darauf zurück, dass „ein Teil der Elternvertreter sich um jene Schüler Sorgen gemacht hat, bei denen das im Elternhaus nicht so besprochen werden kann“. Damit spielt er offenbar auf den Vorsitzenden des Elternvereins, Dietmar Doubek, an. Dieser hatte in einem Interview mit der Tageszeitung „Kurier“ betont: „Die Schule darf niemals zur Spielwiese für Outings werden!“

Um auf Fragen und Probleme der Schüler direkt reagieren zu können, wird der Schulstart von Andrea S. anfangs mit einem Maßnahmenpaket begleitet: So gibt es für Schüler und Lehrer Informationsveranstaltungen und die Möglichkeit zu Gesprächen mit Psychologen. Außerdem wurde ein Info-Telefon eingerichtet. In der ersten Einheit wird außerdem der Direktor Andrea S. in die Klassen begleiten.